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Noch namenlos ist dieses erst wenige Tage alte Orang-Utan-Jungtier, welches sich im Fell seiner Mutter "Rosa" festklammert.

Zoo Frankfurt

Zoo stellt Orang-Utan-Baby vor

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Im Frankfurter Zoo hat Orang-Utan-Dame Rosa Nachwuchs. Das Baby ist nun erstmals öffentlich zu sehen. Die Nachzucht der indonesischen Orang-Utans gilt als wichtiger Beitrag zur Artenerhaltung.

Es ist ein … Mädchen? Oder Junge? Ja, sorry, keine Ahnung. Man weiß es einfach noch nicht. Deswegen ist der/die in der Nacht vom 20. auf den 21. Oktober im Frankfurter Zoo und im Sternzeichen der Waage Geborene auch noch namenlos. Denn Mama Rosa lässt niemanden an ihr am Mittwoch zehn Tage altes Orang-Utan-Baby heran. Hat sie auch recht. Die Geburt hat sie ja auch ganz alleine geschafft.

Das super-super-supersüße Gesichtchen ihres Babys durch die Glasscheibe der Anlage „Borgori-Wald“ zu sehen, ist ebenfalls schwierig. Wenn man Glück hat, erblickt man es aber für ein paar Millisekunden. Dann erkennt man seine noch eher blonden als roten Haare. Die Frisur ist der „Gerade aus dem Bett aufgestanden“-Look.

Dabei hat das Kleine etwas viel Besseres als ein Bett: Es klammert sich an die Mama – und lässt diese auch nicht los. „Die ersten Monate bleibt das Orang-Utan-Baby fest am Bauch der Mutter“, sagt Zoodirektor Miguel Casares.

Er erzählt, wie Rosa am Morgen nach der Geburt, als sie ihren Frühstücksbrei abholte, den Pflegern stolz ihr Baby präsentierte. Casares strahlt – und betont, wie wichtig der Nachwuchs ist. Denn Orang-Utans, deren Erbgut zu 97 Prozent mit dem des Menschen identisch ist, gehören in der freien Natur zu den extrem bedrohten Primaten. Die Zoomitarbeiter mischten sich erst mal nicht ein. „Rosa macht das schon“, sagt Casares. Die vollständige Entwöhnung finde mit etwa drei Jahren statt. Bis zu ihrem achten Lebensjahr lerne das Junge von der Mutter alles, was es zum Überleben wissen müsse. Im Gehege sind sie jetzt zu fünft, Rosas Sohn Sayang (6) lebt auch noch bei seiner Mutter, darf aber noch nicht nahe ans Geschwisterchen, also spielt er fröhlich mit Heu.

Auch die zehn Jahre alte Indah gehört zur Frankfurter Orang-Utan-Gang, ist aber nicht verwandt oder verschwägert mit dem Rest. Mama Rosa hält, wenn sie nicht gerade mit Klettern beschäftigt ist, ihre große Hand schützend über ihr fünftes Kind. Es ist ihr erstes mit Zuchtmann Kembali.

Ihre ersten vier Kinder hatte die 25-Jährige mit dem bereits gestorbenen und viel älteren Charly. Aus dieser Liebe entstanden nur Jungs. Ob es jetzt ein Mädchen ist? Diesmal ist Rosa die Ältere, acht Jahre älter, um genau zu sein. Junge Männer liegen aber im Trend …

Kembali kam vor zwei Jahren aus dem französischen Zoo von Amnéville nach Frankfurt. Der 17-Jährige ist zum ersten Mal Vater geworden. Er ist meist in der Nähe von Mutter und Kind, meist Banane essend. Einmal will er auch Liebe machen – oder schon wieder Nachwuchs zeugen? Man weiß es nicht, sieht aber, dass Rosa so gar keine Lust hat. Schwanger werden kann sie ohnehin nicht, weil sie noch stillt. Und das Baby hängt immer an ihr.

Kembali will trotzdem ran. Sie lässt es kurz zu, hat aber irgendwann genug – und klatscht ihm ein paar. Der junge Lover gibt auf, legt sich hin, macht Siesta. Vielleicht träumt er, wie sein Nachwuchs heißen soll? Fest steht der Anfangsbuchstabe. Y. Egal, ob Mädchen oder Junge.

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