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Statt Feiern im Nordend: Innenstadt mit Party beleben

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Von: Sandra Busch

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Freitags treffen sich auf dem Luisenplatz Hunderte zum Feiern. rolf oeser
Freitags treffen sich auf dem Luisenplatz Hunderte zum Feiern. rolf oeser © ROLF OESER

Die Opposition bezweifelt den Erfolg der Hauptwache als Ausweichfläche für Partys im Nordend. Die Stadt tauscht sich mit anderen über Feiern auf öffentlichen Plätzen aus.

Über die ausufernden freitäglichen Feiern auf den öffentlichen Plätzen im Nordend „sind wir in intensiven Gesprächen mit anderen Städten“, sagte Ordnungsdezernentin Annette Rinn (FDP) am Donnerstag in der Stadtverordnetenversammlung. Denn das Phänomen der Feiernden auf öffentlichen Plätzen gebe es in allen großen Städten. Ganze Listen darüber, „wer was macht, haben wir“, sagte Rinn. So gebe es etwa eine „Säule der Toleranz“ in Freiburg, über die Durchsagen gemacht werden könnten. „Wir sind mit den anderen Städten im Austausch, aber ein Patentrezept hat eigentlich keiner.“

Derzeit finden auf dem Luisen-, Matthias-Beltz-, Merian- und Friedberger Platz vor allem freitags bis spät in die Nacht oft lautstarke Partys zum Leidwesen der Anwohnerinnen und Anwohner statt. Es gebe eine stetige Präsenz der Stadtpolizei, die durch die Landespolizei unterstützt werde, gegen das Wildpinkeln würden Toiletten aufgestellt, am Freitagabend komme am Friedberger Platz um 22 Uhr die Straßenreinigung, „um die Vermüllung zu beseitigen und es ungemütlich zu machen“, sagte Rinn. „Weitere ordnungspolizeiliche Maßnahmen sind nicht möglich“, sagte Rinn. Das Aufhalten auf den Plätzen sei nicht rechtswidrig, der Lärmpegel nicht Einzelnen zuzurechnen.

Leute bleiben im Nordend

Die Stadt setzt jetzt darauf, die feiernde Masse im Nordend zu entzerren und mit der Aktion „Ab in die Mitte“ Alternativen in der Innenstadt anzubieten. Wie seit Ende April an der Hauptwache mit Essens- und Getränkeständen. Michael Müller, Linken-Fraktionschef, wollte von der Ordnungsdezernentin wissen, ob diese Idee ein Erfolg sei oder ob die Menschen nicht „doch lieber im Nordend feiern und nicht einfach gehen“.

Rinn sagte, sie sei selbst freitags vor Ort gewesen und habe ein gemischtes Publikum angetroffen. Viele Menschen wohnten in der Nähe, „die gehen nicht woanders hin“. Aber die Plätze im Nordend stünden mittlerweile in Städteführern als Place-to-be und zögen auch aus dem Umland Menschen an. „Über den Sommer schauen wir, dass wir die Innenstadt beleben und die Menschen gar nicht erst ins Nordend fahren“. Die Innenstadt sei schließlich auch mit dem öffentlichen Nahverkehr und durch die Parkplätze deutlich besser erreichbar als das Nordend.

Für Martin-Benedikt Schäfer (CDU) ist bei der Aktion „Ab in die Mitte“ das „nüchterne Ergebnis nach sieben Wochen: Es hilft nichts, die Leute treffen sich weiter im Nordend“. Zwar werde die Hauptwache besucht, „aber nicht von den Leuten aus dem Nordend. Es wurde ein weiterer Party-Hotspot geschaffen“. Es werde Zeit, dass der Magistrat handle und an anderer Stelle attraktive Angebote schaffe.

Christoph Rosenbaum (Grüne) warb dafür, der Aktion mehr Zeit zu geben. „Das Angebot an der Hauptwache ist noch nicht perfekt. Aber es ist ein Prozess“

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