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Sossenheim

Startschuss für Soziale Stadt

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Das Förderprogramm rollt an, die Planer entwickeln jetzt das städtebauliche Konzept. Soziales und Ökologie stehen im Fokus.

Am Anfang steht das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK). Das ist Behördendeutsch für: Was müssen wir unternehmen, um den Stadtteil aufzuwerten? Wenn Ist-Zustand und Möglichkeiten analysiert sind, dann rollt das Förderprogramm Soziale Stadt richtig los. Sossenheim ist seit Ende 2017 Teil des Bund-Länder-Programms. Die Stadt vermeldet nun, das die Vorbereitungen abgeschlossen sind.

„Mit dem Programm wollen wir den Stadtteil städtebaulich erneuern, sozial stabilisieren und ökologisch aufwerten“, teilt Planungsdezernent Mike Josef (SPD) mit. Das ISEK dafür erarbeitet ein Team. Die Stadtberatung von Sven Fries aus Ostfildern/Speyer hat sich dafür mit den Bierbaum-Aichele Landschaftsarchitekten aus Frankfurt zusammengetan.

Die Sossenheimer sollen sich an diesem Prozess beteiligen. Das schreiben die Programmstatuten der „Sozialen Stadt“ vor. Die Planer gründen einen Beirat mit Bürgerinnen und Bürgern, sowie Vertretern der Vereine, Institutionen und Initiativen im Stadtteil. Ein Quartiersmanagement kümmert sich in den kommenden zehn Jahren um den Prozess. Sobald das ein Büro gefunden hat, soll es an fünf Tagen die Woche Sprechzeiten geben.

Der Stadtteil hat sich aus einem Straßendorf entwickelt. Was fehlt ist ein klassischer Ortskern mit Geschäften. Für die mittlerweile rund 16 000 Bewohner ist das Angebot mau. Ein Problem ist auch, dass besagte Straße, genauer gesagt Alt-Sossenheim und Kurmainzer Straße, längst an ihre Leistungsgrenze gestoßen ist. Auch die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum bleibt hinter dem Potenzial zurück, finden die Planer.

An den Randlagen hat die Stadt in den 60er und 70er Jahren vier große Siedlungen errichtet, die die bauliche und soziale Struktur prägen. „Monofunktionale Schlafsiedlung“ nennen die Planer das heute. Obendrein sehen sie eine Konzentration einkommensschwacher Haushalte und eine hohe Internationalität der Bewohner mit besonderen Anforderungen an die sprachliche, wirtschaftliche und soziale Integration.

An all diesen Punkten soll das Programm Soziale Stadt nun anschließen. Etwa die einzelnen Siedlungsteile samt Grün- und Freiflächen besser miteinander vernetzen. Das soll helfen, die vorhandene Infrastruktur besser zu erschließen und auszulasten. Der öffentliche Raum soll eine größere Bedeutung und Aufmerksamkeit im Stadtteil erhalten – und attraktiver werden.

Ziel ist auch, die soziale, kulturelle, wirtschaftliche, sprachliche und gesundheitliche Integration der Bewohner zu verbessern. Insbesondere von Kindern, Jugendlichen, Arbeitslosen, Migrantinnen und Migranten sowie älteren Menschen. Das Programm soll schlicht das Zusammenleben der Sossenheimer verbessern. Das würde wiederum das Image des Stadtteils aufwerten. Die anderen Frankfurter sollen Sossenheim als Ausflugsziel entdecken und als Stadtteil mit Wohnqualität.

Mehr Info erteilt Bettina Boknecht unter Telefon 21 23 78 64 oder das Netz: www.stadtplanungsamt-frankfurt.de/ stadterneuerung

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