Wirtschaft

Start-ups in Frankfurt klagen über hohe Büromieten

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Gründer in Frankfurt und Umgebung haben überdurchschnittlich häufig Probleme mit ihrer Finanzierung.Zu schaffen machen ihnen auch die hohen Mieten.

Start-ups in Frankfurt und Umgebung sind nach Zahlen des Deutschen Start-up-Monitors grundsätzlich zufrieden mit ihrem Standort. 60 Prozent bewerten das Ökosystem für Gründer als gut oder sehr gut. Das ist ein im bundesweiten Vergleich leicht überdurchschnittlicher Wert. Gut bewerten die 55 Gründer aus der Region, die für die bundesweite Studie befragt wurden, etwa die Nähe zu Universitäten und den Zugang zu Beratern oder Mentoren. Mehr als die Hälfte der Start-ups bezeichnet die Verfügbarkeit qualifizierten Personals als gut oder sehr gut. Bundesweit sind dagegen nur 39 Prozent der Gründer mit dem Fachkräfteangebot zufrieden.

Zu schaffen machen den Start-ups in der Region die hohen Büromieten. Nur 27 Prozent nennen die Verfügbarkeit von bezahlbaren Büroimmobilien gut oder sehr gut: ein deutlich unterdurchschnittlicher Wert. Die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, die die Untersuchung mit dem Bundesverband Deutsche Start-ups in Kooperation mit der Uni Duisburg-Essen erstellt hat, weist auch auf die schwierige Wohnungssituation in Frankfurt hin.

„Steigende Mieten und knapper Wohnraum könnten auch im Hinblick auf die Suche nach qualifiziertem Personal zum Problem werden, denn sie schrecken potenzielle Arbeitskräfte ab“, sagt Michael Burkhart, Standortleiter von PwC in Frankfurt. Auf gute Mitarbeiter seien die Gründer aber stark angewiesen, um ihre ehrgeizigen Wachstumspläne verwirklichen zu können. Immerhin wollen die Unternehmen der Befragung nach im Schnitt innerhalb von einem Jahr ihre Beschäftigtenzahl um mehr als 40 Prozent aufstocken.

Viele nutzen Ersparnisse

Frankfurter Start-ups klagen zudem leicht überdurchschnittlich über Finanzierungsprobleme. Nur 28 Prozent nennen den Zugang zu Kapital und Investitionen gut oder sehr gut. Fast die Hälfte der befragten jungen Unternehmen wünscht sich eine Geldspritze über Wagniskapital, nur 14 Prozent finanzieren sich aber tatsächlich auf diese Weise. Stattdessen greifen 78 Prozent der Jungunternehmen in Frankfurt und Umgebung auf eigene Ersparnisse zurück.

Schon das Start-up-Barometer des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY hat gezeigt, dass die Start-ups in der Region beim Thema Finanzierung nicht gut dastehen. Hessische Start-ups konnten nach Zahlen dieser Studie im Jahr 2019 nur 73 Millionen Euro einwerben – 61 Millionen Euro weniger als im Jahr zuvor. Bei den Finanzierungssummen liegt Hessen nur auf dem siebten Platz, noch hinter Sachsen.

Auch im Start-up-Monitor von PwC spielen andere Regionen eine größere Rolle. Die Studie sieht fünf Gründungs-Hotspots: Berlin, Rhein-Ruhr, Hamburg, Stuttgart-Karlsruhe und München. Frankfurt ist nicht darunter.

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