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Was der Digitalpakt an Veränderungen bringt: Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was bedeutet es, dass Schulen digitalisiert werden sollen?
Zunächst geht es um die Grundausstattung mit einem schnellen Internetzugang und WLAN im Gebäude bzw. den Klassenräumen. Außerdem gehören digitale Tafeln mit Beamern, sogenannte Smartboards, sowie mehrere Klassensätze Tablet-Computer dazu.

Was gehört noch dazu?
Neben der materiellen Ausstattung ist das pädagogische Konzept der jeweiligen Schule wesentlich. Ohne ein solches Konzept können die Schulen auch keine Förderanträge stellen. Ein weiteres wesentliches Element der Digitalisierung ist die Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte durch das Land.

Heißt das, dass Bücher, Stifte und Kreidetafeln ausgedient haben?
Kaum eine Schule setzt darauf, ganz auf analoges Lernmaterial zu verzichten. Angestrebt wird zumeist ein Mix aus der Arbeit mit Smartboard und Tablet sowie dem Lernen und Lehren mit althergebrachten Lernmitteln.

Wie weit ist Hessen auf dem Weg zur Digitalisierung?
Laut Digitalministerin Kristina Sinemus (parteilos) waren vor zwei Jahren 200 Schulen mit schnellem Internet ausgestattet gewesen. Seither hätten rund 1250 Schulen Anträge gestellt, von denen 700 bewilligt worden seien. Über die weitere digitale Ausstattung gibt es keine verlässlichen Zahlen. Über ein Digitalkonzept verfügt laut Kultusministerium etwa die Hälfte der Schulen.

Ab wann können die Schulen Geld aus dem Digitalpakt bekommen?
Das Gesetzgebungsverfahren, mit dem der Digitalpakt in Hessen umgesetzt wird, hat am 18. Juni mit der ersten Lesung begonnen. Nach den Sommerferien soll der rechtliche Rahmen fertig werden, so dass Schulen im nächsten Schuljahr ihre Förderanträge einreichen können. Geld soll dann noch in diesem Jahr fließen, verspricht das Kultusministerium.

Um wie viel Geld geht es?
Fünf Milliarden Euro hat der Bund den Ländern insgesamt für die Jahre 2019 bis 2024 zugesagt. Die Länder selbst müssen noch einmal 500 Millionen Euro aufbringen. 372 Millionen Euro erhält Hessen aus dem Digitalpakt, das sind etwa 74 Millionen Euro im Jahr. Je Schüler sind das etwa 93 Euro pro Schuljahr. Das Land hat den Betrag noch aufgestockt, so dass statt der 372 Millionen Euro fast 500 Millionen in Hessen zur Verfügung stehen. Der Bund zahlt 75 Prozent, Land und Kommunen je 12,5 Prozent.

Genügt das?
Laut Bertelsmann Stiftung ist in etwa das Doppelte nötig. Hinzu kommen die Folgekosten. Bertelsmann geht von 261 Euro pro Jahr und Schüler bei Grundschulen und 402 Euro pro Jahr und Schüler bei weiterführenden Schulen aus. Auf den Digitalpakt, der im Jahr 2024 ausläuft, müsse ein „Digitalpakt II oder Ähnliches“ folgen, hat auch Kultusminister Alexander Lorz (CDU) kürzlilch gefordert. Seine Begründung: „Die Technik von heute ist in fünf Jahren wieder veraltet.“

Von wie vielen Schulen reden wir eigentlich?
In Hessen gibt es rund 1850 allgemeinbildende Schulen. 1150 davon sind Grundschulen. Sie werden von 630 000 Schülerinnen und Schülern besucht. Insgesamt arbeiten dort etwa 55 000 Lehrerinnen und Lehrer. Hinzu kommen gut 150 berufliche Schulen mit noch einmal 180 000 Schülerinnen und Schülern.

Zusammengestellt von Peter Hanack

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