Kultur

Starke Vielfalt

  • schließen

Kulturschaffende wollen die künstlerische Freiheit verteidigen.

Die Vielen“ warten am Samstag vor dem Haus am Dom darauf, den Menschen zu erklären, was sie eigentlich wollen. „Die Vielen“ sind heute: Christina Lutz vom Schauspiel Frankfurt und Christian Schuler, freier Fotograf, stellvertretend für 67 Kulturinstitutionen in Frankfurt, Hunderte Institutionen in Deutschland und Tausende private Unterstützer.

„Die Vielen“ fordern, dass die Gesellschaft offen, demokratisch und vielfältig bleibt. Das steht auch in der Frankfurter Erklärung. Ein Auszug:

„Unsere demokratische und künstlerische Freiheit ist nicht ohne Widersprüche und ist niemals einfach. Aber wir verteidigen sie gegen alles, was sie bedroht: völkisch-nationalistische, fundamentalistische, populistische oder autoritäre Weltbilder.“

Und weiter: „Wir verteidigen sie gegen Stimmungsmache, Ausgrenzung und Abwertung anderer Menschen, wie zum Beispiel Form von Rassismus, Homo- und Transphobie, Frauenfeindlichkeit, Antisemitismus oder Islamophobie“.

Offenen Drohungen aus der rechten Ecke wie gegen den Berliner Friedrichstadtpalast, dessen Intendant die AfD kritisiert hatte, müsse man entgegentreten, sagt Christian Schuler. Es gebe aber auch versteckte Angriffe gegen Kulturschaffende, die sich in parlamentarischen Anträgen von rechten Fraktionen ausdrückten. „Ich wünsche mir, dass sich unsere plurale Gesellschaft weiterentwickelt und noch demokratischer wird“, sagt er.

Die Botschaft einer Akzeptanz von Vielfalt müsse nach außen getragen werden. Sie wirke aber auch nach innen, in die Häuser hinein, sagt Christina Lutz. Sie arbeitet in der Künstlerischen Betriebsdirektion des Schauspiels und organisiert den Spielplan und Sonderveranstaltungen.

Zum Beispiel die szenische Lesung „50 Jahre Stonewall-Inn–Riots“ im Juni. Die Inszenierung blickt auf die Anfänge des Christopher Street Day (CSD) zurück, 50 Jahre zuvor.

Am 28. Juni 1969 ließen es sich Schwule, Lesben und Menschen mit anderer sexueller Orientierung in der Bar Stonewall Inn in der New Yorker Christopher Street nicht mehr länger gefallen, dass die Polizei sie willkürlich kontrollierte und misshandelte. Aus dem Aufstand wurde eine weltweite Bewegung für die Rechte von sexuellen Minderheiten.

Über die Historie hinaus blicke die Inszenierung aber auch ins Jetzt: „Wir wollen Biografien aus der aktuellen Zeit aufgreifen“, sagt Christina Lutz. Zu sehen und zu hören ist die Inszenierung am 28. Juni in den Kammerspielen, mit Schauspielerin Katharina Bach. Der nächste CSD in Frankfurt ist dann am 20. Juli 2019.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare