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Die Johanna-Tesch-Schule ist eine der letzten Schulen, die gegründet wurden. 2019. Vor Corona.
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Die Johanna-Tesch-Schule ist eine der letzten Schulen, die gegründet wurden. 2019. Vor Corona.

Neue Schulen

Standorte für Schulen in Frankfurt gesucht

  • Sandra Busch
    VonSandra Busch
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In Nordend und Ostend fallen sicher geglaubte Flächen für die Schulentwicklung weg. Dort beginnt die Suche von Neuem. Wo das Gymnasium Süd 2022 eröffnet, ist auch noch unbekannt.

Zwei Jahre lang hat in Frankfurt keine neue Schule mehr aufgemacht – trotz der steigenden Zahl an Schülerinnen und Schülern. Zum nächsten Schuljahr nun soll es ein neues Gymnasium geben. Doch bekannt ist über die neue Schule nicht viel. Nur dass sie in der Bildungsregion Süd liegen wird. Wo genau im Süden, darüber gibt es keine Information. „Wir sind noch in Gesprächen und Abstimmungen“, sagt Jetta Lüdecke, Referentin von Bau- und Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD). „Aber das Gymnasium kommt zum nächsten Schuljahr. Sicher.“ Denn die gymnasialen Schulplätze würden gebraucht.

Das sieht der Stadtelternbeirat allerdings anders. Die Eltern wünschten sich eigentlich lieber eine integrierte Gesamtschule (IGS) im Süden, sagt Stadtelternbeirätin Rafaela Hartenstein. Die Eltern würden nur aus taktischen Gründen dort eines der drei Gymnasien wählen. „Es gibt nur eine IGS im Süden“, erklärt sie. Die Eltern hätten Angst, wenn ihr Kind an dieser Schule keinen Platz bekomme, dass es dann einer anderen IGS irgendwo in der Stadt zugewiesen würde.

Im Dezernat ist man sicher, die gymnasialen Kapazitäten zu benötigen. „Das sagen die Stadtplaner und -planerinnen ganz klar“, sagt Lüdecke. Das sei das Ergebnis der vorliegenden Zahlen, und das habe auch der Übergang von der vierten in die fünfte Klasse im vergangenen Jahr gezeigt. „Es gab wieder eine steigende Nachfrage nach dem Gymnasium, der Trend war zuvor etwas abgedämpft gewesen.“ Aber: „Das heißt nicht, dass wir integrierte Gesamtschulen vernachlässigen“, sagt Lüdecke. „Wir wollen beides.“

Eine Fortschreibung des Schulentwicklungsplans soll es Anfang nächsten Jahres geben. Darin werde deutlich, dass auch eine IGS im Süden benötigt werde, sagt Lüdecke. „Wir müssen in beiden Schulformen ausbauen, damit wir mit der Entwicklung klarkommen.“

Allerdings werden für neue Schulen immer auch Standorte benötigt. Und an passenden Flächen herrscht Mangel in der Stadt. So stehen Schulen im Schulentwicklungsplan, die eigentlich schon längst eröffnet haben sollten, für die aber bisher kein Standort gefunden wurde. Oder es gibt Rückschläge wie in den Günthersburghöfen im Nordend. Dort waren ein Gymnasium und eine Grundschule geplant. „Wir hatten fest mit der Fläche gerechnet“, sagt Lüdecke. Doch die Günthersburghöfe seien nun keine Option mehr für den Schulbau.

Der Koalitionsvertrag von Grüne, SPD, FDP und Volt sieht vor, dass dort nur noch auf versiegelten Flächen gebaut werden soll und dafür neue Planungsvoraussetzungen formuliert und ein neuer städtebaulicher Entwurf erarbeitet werden soll. „Wir brauchen nun eine neue Fläche im Osten“, sagt Lüdecke. Dass keine Grundschule in den Günthersburghöfen gebaut werden könne, sei zu verschmerzen. „Wenn keine Wohnungen entstehen und daher keine Leute einziehen, brauchen wir dort auch keine Grundschule.“ Aber fürs Gymnasium geht nun die Suche im Osten von vorne los. Diese Schulplätze würden gebraucht. Das ist nicht die einzige schlechte Nachricht aus dem Osten für die Schulentwicklungsplanung. Da der Neubau des Clementine-Kinderhospitals im Nordend drei Jahre später als geplant fertig wird, kann das Hospital nicht 2023 umziehen, und es kann dann auch nicht wie geplant 2025 eine Grundschule am bisherigen Klinikstandort eröffnen. „Wir wissen noch nicht, wie wir das Delta überbrücken“, sagt Lüdecke. „Aber unlösbar ist nichts.“

Das mit dem Gymnasium Süd soll aber auf jeden Fall klappen, die Schule soll im Sommer eröffnen. Die Öffentlichkeit werde „rechtzeitig informiert“ über den Standort, sagt Lüdecke. Rechtzeitig für die Entscheidung der Viertklässlerfamilien. Sie haben bereits begonnen, sich Gedanken zu machen, welche weiterführende Schule infrage kommt.

Welche pädagogische Ausrichtung das Gymnasium Süd haben wird, erarbeitet eine Planungsgruppe. Sie trifft sich diese Woche das erste Mal. „Es muss nun sehr schnell ein Gesicht für das Gymnasium herausgearbeitet werden“, sagt Dieter Sauerhoff vom Staatlichen Schulamt. Der offizielle Auftrag der Stadt zum Einrichten der Planungsgruppe sei erst kürzlich gekommen. Doch es habe schon zu Beginn des Schuljahres informelle Hinweise gegeben, dass ein neues Gymnasium komme. „Es gab daher schon Vorüberlegungen“, sagt Sauerhoff. „Deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir das schnell hinbekommen.“ Er geht davon aus, dass Anfang Dezember ein skizzenhaftes Konzept der Schule veröffentlicht werden kann.

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