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Der Sockel des abgebrannten Goetheturms.

Goetheturm in Frankfurt

Goetheturm reloaded

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Die Planung des neuen Goetheturms in Frankfurt nimmt viel Zeit in Anspruch. Diverse Ämter sind beteiligt.

Im Jahr 1931 war es vermutlich einfacher, einen Holzturm zu errichten. Ein Jahr nach dem der altehrwürdige Goetheturm verschwunden ist, sind die verschiedenen Ämter der Stadt noch immer in der Abstimmung des Wiederaufbaus. Das Volk wusste schnell, was es wollte. In einer spontanen Online-Abstimmung der Stadt im vergangenen Herbst sprachen sich stolze 78 Prozent dafür aus, den Goetheturm möglichst so wieder aufzubauen, wie er den vielen Besuchern des Stadtwalds in Erinnerung war. Ganz wird das nicht klappen, räumt Günter Murr, der Sprecher des Frankfurter Baudezernats, ein: „Die Anmutung bleibt die gleiche, aber man wird ein bisschen Stahl in der Konstruktion einsetzen.“ Dies sei notwendig, da heute andere Vorschriften gelten. Der Stahl werde aber nicht zu sehen sein und nicht zuletzt die Wartung verbessern, da Treppenstufen dann einzeln ausgetauscht werden könnten.

Doch vor der Wartung muss Goetheturm 2 erst mal gebaut werden. Bis Ende des Jahres soll die Entwurfsplanung fertig sein. Form, Ausmaße und die Höhe von 43 Metern sind Murr zufolge schon klar. Was das Ganze kosten soll, allerdings noch nicht, denn die Kosten seien Teil der Entwurfsplanung. Im Ortsbeirat war mal die Summe von 1,5 Millionen Euro genannt worden, Murr konnte das nicht bestätigen. Fest steht schon, dass der Neubau kameraüberwacht und nicht barrierefrei sein soll.

Die Abstimmung läuft zwischen dem Grünflächenamt als Bauherr und dem Amt für Bau und Immobilien als ausführender Behörde. Involviert ist allerdings auch das Gesundheitsamt, das für die Suizidprävention verantwortlich ist. Zu entscheiden gilt es, ob der Turm ein Fangnetz erhalten soll. Außerhalb der Öffnungszeiten wird der künftige Turm auch nicht mehr so leicht zu besteigen sein. Das Original war mit einer kleinen Tür gesichert, die allerdings umklettert werden konnte. Anfang 2019 soll die Baugenehmigung gestellt werden, dann folgt die Ausschreibung für die Bauausführung. Die Fertigstellung des Turms ist für 2020 geplant. Die Frankfurter müssen sich also noch ein bisschen gedulden, bis sie aus dem Stadtwald raus auf die Skyline blicken können.

Am fehlenden Geld sollte es nicht liegen, dass es so lange dauert. Der Turm war zum Neupreis versichert. Zwar wird die Versicherungssumme nicht ausreichen, um die Neuerungen zu bezahlen, doch da gibt es ja auch noch die Spendengelder. 161 477,48 Euro haben Bürger, Unternehmen und Institutionen gespendet. „Von fünf Cent bis 15 000 Euro war alles dabei“, sagt Stefan Böhm-Ott aus dem OB-Büro. Angesichts der Welle der Anteilnahme, die es nach dem Brand gegeben hatte, erscheint die Summe gar nicht so üppig. Benefizkonzerte, T-Shirts, Miniaturtürme, Bastelsets, Kunst aus Asche, spendable Wirte und Unternehmen, Sammlungen auf Weihnachtsfeiern und viele private Spenden hatte es gegeben. 1931 hätte das Spendengeld alleine wohl gereicht, um den Turm zu bauen.

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