Die Dekorationswerkstätten sollen in ein Produktionszentrum ziehen, die Kostümwerkstätten sollen einer Sparte, voraussichtlich der Oper, angegliedert werden.
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Die Dekorationswerkstätten sollen in ein Produktionszentrum ziehen, die Kostümwerkstätten sollen einer Sparte, voraussichtlich der Oper, angegliedert werden.

Kultur

Städtische Bühnen: Standorte sollen im April feststehen

  • Claus-Jürgen Göpfert
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  • Florian Leclerc
    Florian Leclerc
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Die Stabsstelle prüft verschiedene Areale in der Innenstadt für die Städtischen Bühnen sowie weitere Flächen am Stadtrand für das Produktionszentrum.

Michael Guntersdorf, der Leiter der Stabsstelle Städtische Bühnen, schleppte eine drei Finger dicke Aktenmappe mit sich herum, als er bei der Pressekonferenz über die Städtischen Bühnen sprach. Dort seien die möglichen Standorte für den Neubau der Städtischen Bühnen enthalten, sagte er. Dem Lenkungskreis der Stabsstelle, in dem unter anderem Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) und Baudezernent Jan Schneider (CDU) sitzen, liegen diese Informationen nun vor.

„Bis Mitte April wollen wir alle Standorte visualisieren, welche passen und welche nicht“, sagte er im jüngsten Kultursausschuss. Es seien deutlich mehr Standorte in der Innenstadt als die bisher bekannten. Darunter sind die Spiegellösung mit einem Neubau der Oper gegenüber der Städtischen Bühnen, der Bau der Oper auf dem Areal der Frankfurter Sparkasse in der Neuen Mainzer Straße sowie dem Opern-Neubau auf dem Opernplatz gegenüber der Goethestraße.

FR-Stadtgespräch

Unter dem Titel „Städtische Bühnen – alles neu, alles gut?“ lädt die Frankfurter Rundschau für Dienstag, 18. Februar, 19 Uhr, zu einer Podiumsdiskussion über die Zukunft von Oper und Schauspiel ein.

Auf dem Podium im Museum Angewandte Kunst (MAK) in Frankfurt, Schaumainkai 17, diskutieren: Alexandra Stampler-Brown, Geschäftsführende Direktorin der Deutschen Oper am Rhein, Düsseldorf/Duisburg, Ina Hartwig (SPD), Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt, Jan Schneider (CDU), Baudezernent der Stadt Frankfurt, und Torsten Becker, Stadtplaner und Vorsitzender des Städtebaubeirats in Frankfurt.

Es moderieren die FR-Redakteure Claus-Jürgen Göpfert und Florian Leclerc.

Der Eintritt  ist frei.

Wie aus dem 16 Seiten langen Bericht der Stabsstelle zur Zukunft der Städtischen Bühnen hervorgeht, der im Kulturausschuss an die Stadtverordneten verteilt wurde, sei in jedem Fall der Bau eines Produktionszentrums vorgesehen, das die Werkstätten und Lagerflächen enthalten soll. Bislang gebe es fünf externe Standorte, die zu einem zusammengefasst werden sollen. Die externen Probebühnen seien gekündigt, eine von drei vorhandenen Lagerhallen sei marode. Derzeit würden Standorte „im Frankfurter Osten, Norden und Nordwesten“ für das Produktionszentrum untersucht, sagte er.

Für den Neubau der Doppelanlage am alten Standort beziehungsweise den Neubau an zwei Standorten, einem davon am Willy-Brandt-Platz, einem in der Innenstadt, sei mit einem höheren Flächenbedarf zu rechnen, wie aus dem Bericht hervorgeht. Statt wie derzeit 44 000 Quadratmeter rechnet die Stabsstelle mit 77-78 000 Quadratmeter Bruttogeschlossfläche, um die Qualität und Funktionalität zu erhöhen. Eingeplant werden eine Probebühne, ein Gästetrakt, Fahrradabstellplätze und ein Betriebskindergarten. Für die Doppelanlage wird inklusive Planung mit acht Jahren Bauzeit gerechnet (Kosten: 874 Millionen Euro). Für zwei Gebäude geht die Stabsstelle von 7,5 Jahren Bauzeit inklusive Planung aus (Kosten: 809 Millionen Euro).

Der kulturpolitische Sprecher der CDU im Römer, Thomas Dürbeck, trat indessen dem Eindruck entgegen, die CDU spreche sich ausschließlich für den Neubau der Städtischen Bühnen im Osthafen aus. „Wir sind auch für andere Standortvorschläge offen“, sagte Dürbeck im Gespräch mit der FR.

Gegen einen Neubau der Oper gegenüber dem Konzerthaus Alte Oper am Opernplatz führte der CDU-POlitiker allerdings ins Feld, dass der Eingriff in die geschützten grünen Wallanlagen dort zu stark ausfallen werde.

Auf dem Kulturcampus, also dem alten Universitäts-Campus in Bockenheim, lassen sich aus Sicht Dürbecks wegen zu geringer Flächen weder Oper noch Schauspiel angemessen unterbringen.

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