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Das Foyer mit den Panoramafenstern, die Säle und die Installation „Goldwolken“ sollen erhalten bleiben, fordern die Petenten.

Städtische Bühnen

Städtische Bühnen Frankfurt: Petition für den Erhalt des Wolkenfoyers

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In Frankfurt hat eine Initiative um zwei Architekten eine Petition vorgestellt, die unter anderem das Wolkenfoyer am Willy-Brandt-Platz erhalten soll. Sie hat mehr als 400 Erstunterzeichner.

Die Städtischen Bühnen am Willy-Brandt-Platz, sie liegen vielen am Herzen. Das wurde beim Pressetermin am Montag deutlich, als Initiatoren rund um den Frankfurter Architekten Stefan Forster und den Kasseler Architekturprofessor Philipp Oswalt die Petition „Zur Zukunft der Städtischen Bühnen in Frankfurt am Main“ vorstellten.

Die Zukunft der Bühnen besteht demnach nicht in ihrem Abriss. „Geschichtsvergessenheit“ warf Philipp Oswalt der Stadt in ihrem Umgang mit den Bühnen vor. Der Theaterbau von ABB Architekten aus dem Jahr 1963 zähle zu den „wichtigsten Nachkriegsbauten“ in Frankfurt und habe für Generationen „Identität gestiftet“. Dieses Bauwerk abzureißen, sei „unwürdig“. Zwischen der Meinungsbildung im Stadtparlament und in der Bürgerschaft machte er eine tiefe Kluft aus. So müsse die Debatte, was an den Bühnen denkmalwürdig und erhaltenswert sei, erst geführt werden, bevor man sich zum Abriss entschließe.

Auf den Abriss hatten sich die Stadtverordneten im Römer schon Ende Januar mit großer Mehrheit verständigt.

Chronik

Von 2014 bis 2017wurde die Bausubstanz der Städtischen Bühnen evaluiert. Ergebnisse veröffentlichte die Stadt in der Machbarkeitsstudie von 2017.

Eine Sanierung im Bestandprüfte die zuständige Stabsstelle nach Beschluss der Stadtverordneten im Anschluss. Ergebnisse und Kosten stellte die Stadt im Januar 2020 vor: Sanierung 826 Millionen Euro; verbesserte Sanierung 918 Millionen Euro; neue Doppelanlage 874 Millionen Euro; zwei Neubauten 809 Millionen Euro bei Interim Oper. 

Die neue Petition haben mehr als 400 Akteure, vor allem aus Wissenschaft und Architektur, unterschrieben. Dazu zählen Hans-Ulrich Becker, der Regie an der Musikhochschule Frankfurt unterrichtet, der Publizist Micha Brumlik, der Frankfurter Medienwissenschaftler Rembert Hüser, der Frankfurter Theaterwissenschaftler Nikolaus Müller-Schöll, der Frankfurter Architekt Jochem Jourdan, die Frankfurter Philosophieprofessoren Matthias Lutz-Bachmann und Marcus Willaschek. Die Petition wurde auf einer Beteiligungsplattform im Internet veröffentlicht: http://chng.it/6FzYqWdY.

Die Bühnen seien ein Teil der Frankfurter Architekturgeschichte, den es zu erhalten gelte, führte Stefan Forster aus. Seiner Ansicht nach lassen sich Teile der Bühnen durchaus bewahren. Dazu zählten die 116 Meter lange Deckeninstallation „Goldwolken“ von Zoltán Kemény, das Wolkenfoyer mit den Panoramafenstern, die energetisch erneuert werden müssten, sowie die Säle. Forster schlug vor, die Gebäudehülle abzutragen und die schützenswerten Bestandteile zu sichern. „Das müsste aber erst noch untersucht werden“, führte er aus.

Die Stadtplanerin Maren Harnack, die an der University of Applied Sciences in Frankfurt lehrt, legte Wert darauf, dass der Willy-Brandt-Platz nicht den Interessen von Investoren geopfert werde. Sie positionierte sich gegen den Standort Osthafen, der zuletzt durch die Frankfurter CDU und den Projektentwickler Jürgen Groß ins Gespräch gebracht worden war, sowie gegen eine Rekonstruktion des Schauspielhauses.

Für eine „Freilegung der verschiedenen Schichten“ des Baukörpers, also auch der Überreste des historistischen Schauspielhauses von 1902, sprach sich hingegen der Frankfurter Kulturhistoriker Alfons Maria Arns aus, ebenfalls Erstunterzeichner der Petition.

Die Dramaturgin Elisabeth Gabriel warb dafür, die Bühnen und das Kinder- und Jugendtheater im Zoo-Gesellschaftshaus nicht finanziell gegeneinander auszuspielen.

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