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Ständiger Austausch ist wichtig: Malerin Vera Palme (rechts) diskutiert in ihrem Atelier mit Lina Hermsdorf, einer Performancekünstlerin.
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Ständiger Austausch ist wichtig: Malerin Vera Palme (rechts) diskutiert in ihrem Atelier mit Lina Hermsdorf, einer Performancekünstlerin.

Städelschule

Städelschule bekommt neuen Herren

  • Claus-Jürgen Göpfert
    VonClaus-Jürgen Göpfert
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Geheimer Poker: Die Städelschule bekommt einen neuen Herren. Bis 2019 soll das traditionsreiche Haus Hochschule des Landes werden. Studierende und Lehrer sind über den Wechsel besorgt.

Es ist eine Zäsur. Rund 200 Jahre nach ihrer Gründung im Jahre 1817 soll die Frankfurter Städelschule eine Hochschule des Landes Hessen werden. Gerade hat sich eine interne Arbeitsgruppe von Experten des Landes, der Stadt Frankfurt und der Städelschule gegründet, um den Übergang vorzubereiten, der bis 2019 geplant ist. Die traditionsreiche Hochschule für Bildende Künste ist eine der international renommiertesten Kunsthochschulen, sie genießt weltweit einen sehr guten Ruf.

Doch zur Zeit ist unter den Studierenden wie unter den Lehrern eine gewisse Verunsicherung zu spüren: Welche Folgen wird der Wechsel der Hochschule in die Hände des Landes haben?

Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) versucht, zu beruhigen: „Inhaltlich gibt es an der Städelschule überhaupt keine Veränderung – niemand wird der hessischen Landesregierung nachsagen können, sie respektiere nicht die Freiheit der Kunst.“ Auch Philippe Pirotte, Rektor der Städelschule seit Frühjahr 2014, versichert: „An der Autonomie und der Eigenständigkeit der Lehre wird sich nichts ändern“. Doch eine wichtige Veränderung ist in jedem Fall die Entlastung des städtischen Haushalts. Die Städelschule wird bisher finanziell fast ausschließlich von der Stadt getragen, mit einem Zuschuss von vier Millionen Euro im Jahr. Der ist freilich angesichts der Finanzlage der Stadt seit 2010 eingefroren, real bedeutet das wegen der Tarifabschlüsse im Öffentlichen Dienst eine Kürzung.

Beim Kulturdezernenten herrscht denn auch Erleichterung darüber, dass das Land künftig die Kunsthochschule führt. „Es geht aber nicht nur um Haushaltsentlastung“, sagt der CDU-Politiker: „Es findet vielmehr eine notwendige inhaltliche Klärung statt, denn die Städelschule ist eine staatliche Hochschule für Bildende Künste.“ Über den präzisen Umfang des finanziellen Engagements des Landes wird jetzt in der Arbeitsgruppe gerungen. Die von der Städelschule geführte kleine Kunsthalle Portikus auf der Alten Brücke wird dagegen auch in Zukunft weiter von der Stadt finanziell unterstützt, wie Semmelroth sagte. Die Förderung liegt derzeit bei 300 000 Euro.

Die stille Hoffnung von Rektor Philippe ist natürlich, dass das Land die finanzielle Ausstattung der Hochschule verbessern wird. Doch Boris Rhein (CDU), Landesminister für Wissenschaft und Kunst, hält sich bedeckt. Derzeit gebe es „sehr konstruktive Gespräche über die Zukunft der Städelschule zwischen allen Beteiligten“, sagt Rheins Sprecher Mark Kohlbecher lediglich.

Wichtige Künstler haben ihre Karriere als Städelschul-Absolventen begonnen, etwa Tobias Rehberger, von 1987 bis 1993 Schüler, Michael Beutler (1997-2003), Tamara Grcic (1988-1993) oder Otmar Hörl (1975-1979). Über Jahrzehnte haben bedeutende Künstler auch an der Hochschule unterrichtet, von Thomas Bayrle über Martin Kippenberger, Per Kirkeby und Ulrich Rückriem bis hin zu Wolfgang Tillmans. Die Städelschule geht auf eine Stiftung des Kaufmanns Johann Friedrich Städel zurück, der Anfang des 19. Jahrhunderts mit seiner Kunstsammlung auch die Grundlage für das weltweit bekannte Städel-Museum gelegt hatte. Noch heute liegt die Schule an der Dürerstraße in Sachsenhausen, auf der Südseite des Museumsgeländes.

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