Geschäftsbericht

Stadtwerke Frankfurt als Jobgarant

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
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Das Unternehmen befürchtet durch das Coronavirus starke Einbußen, stellt aber Personal ein. Gut 67 Millionen Überschuss im Jahr 2019 gibt es dank Mainova und Fraport.

Trotz zu erwartender starker Umsatzeinbußen aufgrund der Corona-Pandemie bleiben die Stadtwerke Frankfurt ein verlässlicher Arbeitgeber. Die Zahl der Mitarbeiter werde in naher Zukunft sogar langsam ansteigen, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Thomas Wissgott bei der Präsentation des Geschäftsberichts für das Jahr 2019. Zum Jahresende hatten die Stadtwerke mit ihren Tochtergesellschaften 5778 Mitarbeiter und damit 187 mehr als noch ein Jahr zuvor.

In den kommenden Jahren werden die Stadtwerke die Taktung bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter sogar noch erhöhen. Der Grund: Ein erheblicher Teil der Mitarbeiter ist über 60 Jahre alt und geht bald in Rente. Das Durchschnittsalter der Beschäftigten bei den Stadtwerken liegt bei 46 Jahren. Ein weiterer Grund für den angestrebten Personalzuwachs ist der leichte Hang zur Rekommunalisierung bei den Bäderbetrieben, aber auch im Nahverkehr. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) berichtete als Vorsitzender des Stadtwerke-Aufsichtsrats von Seniorinnen, die ihm besorgt berichtet hätten, der Busfahrer hätte sich erkundigt, wo die nächste Haltestelle sei. Die Rekommunalisierung diene daher der Rückgewinnung einer gewissen Servicequalität.

Die Stadtwerke sollten auch weiblicher werden, versprach Wissgott. Derzeit ist nur jeder fünfte Konzernbeschäftigte eine Frau. Da die Stadtwerke nicht zuletzt technisch qualifiziertes Personal suchten, sei die Suche nach Mitarbeiterinnen nicht ganz leicht. Erhöhen soll sich auch die Zahl der Auszubildenden, die 2019 bei 263 lag.

Die Stadtwerke erwirtschafteten 2019 einen Überschuss von 67,3 Millionen Euro (2018: 66,8 Millionen), der sich allerdings sehr unterschiedlich auf die einzelnen Gesellschaften verteilte. Mit einem Überschuss von gut 110 Millionen Euro machte die Mainova in etwa das gut, was die VGF und die Bäderbetriebe an Miesen machten. Dazu kommt ein stattliches Plus aus der Fraport-Beteiligung, das 2020 allerdings deutlich kleiner ausfallen dürfte. Allein der von Fraport angekündigte Verzicht auf Zahlung einer Dividende dürfte die Stadtwerke rund 35 Millionen Euro kosten, betonte Wissgott.

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