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So eine Stimmung wird es in Lüttich wohl kaum geben.  

Fußball

Stadtverbot für Eintracht Frankfurt-Fans

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Frankfurter Anhänger dürfen am Donnerstag nicht nach Lüttich – viele fahren dennoch hin.

Eintracht-Fans, die ihre Mannschaft zum Europapokalspiel in Lüttich am kommenden Donnerstag begleiten wollen, wird nun nicht nur der Zugang ins Stadion verwehrt. Nach einer Verfügung der Stadtverwaltung dürfen Frankfurter Fußballanhänger die Innenstadt von Lüttich bis Freitag um 12 Uhr nicht betreten. Das Aufenthaltsverbot wurde am Dienstag veröffentlicht und gilt ab sofort. Eintracht-Vorstand Axel Hellmann kritisierte das Vorgehen, riet den Anhängern aber, auf die Reise nach Belgien zu verzichten.

Nach Ausschreitungen beim Spiel der Frankfurter im portugiesischen Guimaraes Anfang Oktober hatte der europäische Fußballverband Uefa die Eintracht und ihre Fans hart bestraft. Der Fußballbundesligist darf zu den Europacupspielen in Lüttich und bei Arsenal London Ende November keine Fans mitnehmen. Genauer gesagt: Die Eintracht darf keine Karten verkaufen. Die entsprechenden Gästeblöcke bleiben leer.

Das alleine hätte mehrere Hundert Eintracht-Fans nicht daran gehindert, am Donnerstag ins 300 Kilometer entfernte Lüttich zu reisen. Zum einen hatten sich einige Dutzend Anhänger bereits über Freunde und Bekannte Karten für andere Bereiche des Stadions organisiert oder waren selbst nach Belgien gefahren, um im Vorverkauf Tickets für Haupt- oder Gegentribüne zu erstehen. Ob sie mit den Karten tatsächlich ins Stadion gelangen, ist nun zumindest sehr zweifelhaft. Wie die Eintracht bekannt gab, werden sämtliche Gästefans am Stadion abgewiesen. Wie die entsprechenden Kontrollen aussehen werden, blieb am Dienstag offen.

Der Mannschaft nah sein

Zum anderen wollten viele Anhänger ohne Karte nach Lüttich reisen und das Spiel dann gemeinsam in Kneipen vor dem Fernseher verfolgen. Dahinter steckt die Idee: Wenn wir wegen der Strafe der Uefa schon nicht ins Stadion dürfen, wollen wir unserer Mannschaft zumindest nah sein.

Eine ähnliche Situation gab es bereits im September vorigen Jahres. Damals spielte die Eintracht bei Olympique Marseille. Wegen vorangegangener Ausschreitungen der französischen Fans durften keine Zuschauer ins Stadion. Obwohl auch die Polizeipräfektur in Südfrankreich ein Aufenthaltsverbot gegen Eintracht-Fans erlassen hatte, fuhren rund 500 Frankfurter nach Marseille, liefen tagsüber weitgehend inkognito durch die Stadt und sammelten sich abends in den Kneipen am Hafen. Die Polizei ließ die Fußballfans gewähren. Zahlreiche Beamte schauten zu, wie die Eintracht-Anhänger den 2:1-Sieg ihrer Mannschaft bejubelten.

Wie die Situation in Lüttich sein wird, lässt sich derzeit kaum vorhersagen. Fakt ist, dass weite Teile der aktiven Fanszene sich auch von diesem Stadtverbot nicht abhalten lassen werden. Sprich: Vor allem die Ultras werden in jedem Fall nach Lüttich reisen. Allerdings gilt die Polizei in Belgien beim Umgang mit Fußballfans als wenig zimperlich. Die Behörde kündigte jedenfalls an, mit einem großen Aufgebot in der Innenstadt präsent zu sein. Demnach bliebe den Frankfurtern nur, sich unauffällig wie normale Touristen zu verhalten – oder aber es auf eine Konfrontation mit der Polizei ankommen zu lassen. Die Frankfurter Polizei wird jedenfalls mit eigenen Kräften – den szenekundigen Beamten – vor Ort sein, wie Behördensprecher Thomas Hollerbach der FR bestätigte.

Verfügung zum Teil widersprüchlich

„Die Verfügung ist in Form, Inhalt und Veröffentlichung unklar und zum Teil widersprüchlich“, sagte Eintracht-Vorstand Axel Hellmann. Die Entscheidung der Stadt Lüttich sei zudem „rechtlich hochgradig fragwürdig und mit unserer Auffassung von einem gemeinsamen europäischen Rechtsverständnis völlig unvereinbar“. Allerdings habe die Eintracht in der Kürze der Zeit keine Möglichkeit, juristisch gegen die Verfügung vorzugehen. Deshalb sollten sich die Fans an die Vorgaben halten..

Auf den Fanclubverband der Eintracht dürfte deshalb in den nächsten Tagen viel Arbeit zukommen. Zumindest hofft die Vorsitzende des Verbands, Ina Kobuschinski, noch, dass die Frankfurter Anhänger nach dem Spiel am Donnerstag nicht noch einmal ausgesperrt werden. Der Bundesligist hat bei der Uefa Berufung eingelegt und will erreichen, dass Frankfurter Anhänger das Spiel in London besuchen dürfen.

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