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Sie haben viele Idee: Die aktuelle Stadtteilbotschafter-Generation 2020 / 2021 der Stiftung Polytechnische Gesellschaft. Foto: STGB
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Sie haben viele Idee: Die aktuelle Stadtteilbotschafter-Generation 2020 / 2021 der Stiftung Polytechnische Gesellschaft.

Frankfurt

Stadtteil-Botschafter: Projektarbeit unter erschwerten Bedingungen

  • Judith Gratza
    VonJudith Gratza
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Im Oktober endet das aktuelle Stadtteil-Botschafter-Stipendium der Stiftung Polytechnische Gesellschaft. 15 junge Menschen haben unter erschwerten Pandemie-Bedingungen ihre Ideen für die Stadt umgesetzt. Im Oktober startet die nächste Bewerbungsphase.

Sie sind jung, engagiert und haben viele Ideen: Klimafreundliche Gärten anlegen, Filme über Rassismus drehen, Vorurteile gegenüber Gehörlosen abbauen oder sozial Benachteiligte den Zugang zu Gesundheit und Bildung erleichtern. Gemeint sind die Stadtteil-Botschafterinnen und Stadtteil-Botschafter, die derzeit ihre Projektideen mit Hilfe eines Stipendiums der Stiftung Polytechnische Gesellschaft in Frankfurt verwirklichen. Anfang Oktober verabschiedet sich die aktuelle Generation, die es durch die Corona-Pandemie besonders schwer gehabt hat - und trotz aller Widrigkeiten nun stolz auf ihre Projekte blicken kann.

„Ich finde, alle haben das sehr gut gemanagt“, lobt Projektleiterin Silja Flach. 15 junge Leute im Alter zwischen 14 und 27 Jahren nehmen am Jahrgang 2020/21 teil. „Sie wussten, worauf sie sich einlassen.“ Denn vieles von dem, was das einjährige Stipendium den jungen Menschen eigentlich bietet, konnte diesmal nicht in gewohnter Form stattfinden.

„Wir begleiten die jungen Leute, die zu uns kommen, ganz intensiv“, erläutert Flach. In kostenlosen Workshops wird gemeinsam geschaut, wer was braucht, um sein Projekt umzusetzen. Es geht um Networking, Verbündete suchen, Pressearbeit oder Anträge für Fördergelder stellen - falls die 2000 Euro nicht ausreichen, die jedes Projekt von der Stiftung erhält.

Zusätzlich werden die Jugendlichen von Mentorinnen und Mentoren der Stiftung begleitet. Darunter Künstler:innen, Designer:innen, Kuratorinnen und Kuratoren. In regelmäßigen Arbeitstreffen können sich die Jugendlichen untereinander austauschen, fahren gemeinsam weg und machen sich Gedanken über Zeitmanagement oder sicheres Auftreten in der Öffentlichkeit.

„In diesem Jahrgang hatten wir uns nur vier Mal gesehen“, bedauert Flach. Es gab keine Live-Treffen, der Auftakt fand digital statt. „Für eine Stiftung, die Menschen in Kontakt bringt, war das eine Umstellung.“ Ein Gruppengefühl oder gar Freundschaften entstünden digital schwerer.

„Trotzdem waren alle begeistert“, sagt Flach erleichtert. „Wir haben versucht, das Beste aus der Situation zu machen.“ Statt realer Arbeitstreffen gab es digitale Austauschrunden, statt gemeinsamer Mittagessen am großen Gruppentisch eine Pizza vor dem Laptop. Mit den Mentorinnen und Mentoren stand man im telefonischen Kontakt. Und „einmal war eine Wanderung im Taunus möglich“. Die Abschlussveranstaltung am 2. Oktober, bei der die Jugendlichen ihre Projekte vorstellen und geehrt werden, findet diesmal hinter geschlossenen Türen und nur mit geladenen Gästen statt.

Nächste Runde im Frühjahr

Auch wenn noch nicht ganz klar ist, wie sich die Pandemie entwickelt, will Silja Flach jungen Menschen Mut machen, sich für die nächste Generation im Frühjahr 2022 zu bewerben. „Junge Leute gehen mit offenen Augen durch ihren Stadtteil“, ist sie überzeugt. „Wem etwas in seinem Quartier fehlt und dafür eine Lösung im Gepäck hat, kann sich gerne an uns wenden“, wirbt die Projektleiterin. Das kann ein Nachbarschaftsfest, ein Buchprojekt oder ein interkulturelles Food-Festival sein.

Entscheidend ist, dass man sich in Frankfurt für andere engagieren möchte. Das Projekt muss nicht an einen Stadtteil gebunden sein, manche Vorhaben sind stadtweit angelegt. Dass eine Idee von vorneherein abgelehnt wird, kommt eher selten vor. Hilfreich ist, wenn man sich mit dem Thema schon inhaltlich befasst hat.

„Leider bewerben sich viel zu wenige“, bedauert Flach. Für junge Leute sei es eine Herausforderung, sich freiwillig ein Jahr lang zu engagieren. Schule und Studium nehmen viel Zeit ein. „Aber es ist machbar.“ Spätestens nach Ende des Stipendiums ist die Fluktuation hoch, manche wechseln ins Studium, gründen eine Familie oder verlassen Frankfurt.

„Es ist schön, wenn Projekte dann trotzdem bleiben“, sagt Flach. Wie der Mitmachgarten im nördlichen Teil des Günthersburgparks, den eine Stadtteil-Botschafterin angelegt hat und der nun von einer AG der IGS Nordend gepflegt wird. Oder der Kletterturm in Nieder-Erlenbach, den ein Sportverein betreut. Oder das Repair-Café in Sachsenhausen, das eine Kirchengemeinde fortführt.

Auch viele Jugendliche der aktuellen Generation haben fest vor, ihre Projekte über das Jahr hinaus fortzusetzen. Die FR stellt sie in einer Interviewserie vor.

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