Verkehrsdezernent

Der Stadtrat und das Klima

  • Thomas Stillbauer
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Klaus Oesterling verbreitet interessante Thesen im Interview auf der Website des Frankfurter BUND. So sieht er „keine dramatischen Folgen der Erderwärmung“.

Der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) glaubt nach eigenen Angaben weder an schwerwiegende Folgen des Klimawandels für Frankfurt noch an ein Verkehrskonzept, das den Ansprüchen der „Green City“ genügen kann.

Im Interview für einen Podcast auf der Website des Frankfurter BUND nennt er es „völlig unmöglich“, den Stadtverkehr mit den Green-City-Zielen zu vereinbaren. Felix Sebastian Hahn, der den Podcast im Zuge seines Bundesfreiwilligendienstes betrieb, zählt diese Ziele auf: eine nachhaltige Stadtentwicklung, die einen Ausgleich zwischen ökonomischen, ökologischen, sozialen und kulturellen Bedürfnissen fördert, der nicht auf Kosten Dritter oder nachfolgender Generationen geht. „Schon die Formulierung zeigt, dass so etwas völlig unmöglich ist“, sagt Oesterling. „Das macht man aber gern in der Politik, dass man alles reinschreibt und glaubt, man hat das erledigt.“

Auch dem Beitritt Frankfurts zum Klimabündnis 1990 misst der Stadtrat keinen tieferen Sinn bei: „Das ist eine PR-Geschichte mehr oder weniger gewesen.“ Zum Klimawandel sagt Oesterling: „Ich glaube nicht, dass die Erderwärmung, wie sie sich für Mitteleuropa abzeichnet, so dramatische Folgen haben wird.“ Es werde „moderate Veränderungen“ bei Tieren und Pflanzen geben. Auf die Frage, ob Menschen auch leiden würden, sagt Oesterling: „Jedenfalls nicht bei uns.“ Ob anderswo Menschen flüchten müssten? „Kann passieren.“

Oesterling: Wald müsste „längst tot“ sein

Oesterling betont, gemessen an den Vorhersagen der Ökologen müsste der Wald „längst tot“ sein. Dabei sei die ökologische Situation seit 1950 aber „von Jahr zu Jahr besser geworden“.

Zum umstrittenen Bau des Riederwaldtunnels sagt der Verkehrsdezernent: „Es kommt eben so.“ Er habe vor 15 Jahren aufgehört, sich mit dem Thema zu befassen. „Irgendwann hat man dann keine Lust mehr.“

Wenn wir 2050 ein Klima wie in Südfrankreich hätten, wäre das positiv, scherzt Oesterling: „Dann brauchen Frankfurter nicht mehr nach Südfrankreich zu fahren.“ Die Erfahrung zeige im Übrigen, dass Zielvorgaben wie im „Masterplan 100% Klimaschutz“, dem sich Frankfurt angeschlossen hat (95 Prozent weniger CO2-Ausstoß, 50 Prozent weniger Energieverbrauch), „nie erreicht werden“.

In einem Punkt ist Oesterling zuversichtlich: In 30 Jahren werde die Innenstadt autofrei sein. ill

Nachhören: www.bund-frankfurt.de/ themen-und-projekte/mobilitaet/frankfurt-im-wandel-stadtwald-und-verkehr.

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