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Laut Stadtplanungsamt gibt es noch Platz für neue Bürotürme im Frankfurter Osten.

Stadtentwicklung

Stadtentwicklung Frankfurt: Neue Hochhäuser am Ostbahnhof

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Der Stadtplanungsamtsleiter Martin Hunscher nennt erste mögliche Standorte im neuen Entwicklungsplan, darunter den Ostbahnhof und das Bankenviertel.

Rund um den Ostbahnhof könnten neue Standorte für Hochhäuser ausgewiesen werden. Das hat der Leiter des Frankfurter Stadtplanungsamts, Martin Hunscher, am Mittwochmorgen bei einem „Immobilien-Dialog“ des Unternehmens Heuer Dialog in der Evangelischen Akademie berichtet. Bei der Arbeit am neuen Hochhausentwicklungsplan sehe man sich zudem den Bereich am Messegelände genauer an, in dem derzeit bereits samt dem fast fertigen Wohnturm Grand Tower vier Hochhäuser entstehen. Auch im Bankenviertel sieht Hunscher noch Potenzial für weitere Türme. Vielleicht könne zum Beispiel auf dem Grundstück der Frankfurter Sparkasse an der Neuen Mainzer Straße noch mehr gehen, präzisierte er dies auf Fragen des moderierenden FR-Redakteurs Claus-Jürgen Göpfert hin.

Hunscher machte klar, dass die Stadt neue Hochhäuser vor allem für den Bürobereich für nötig hält, dabei aber Quartiere mit Nutzungsmischung anstrebt. Wohntürme, wie sie in den vergangenen Jahren in großem Umfang in Frankfurt entstanden, leisteten dagegen nicht wirklich einen Beitrag zur Wohnungsversorgung, sagte der Planungsamtsleiter.

Makler Frank Alexander, Geschäftsführer bei Hermann Immobilien, bestätigte das. Der Wohnraum in den neuen Wohnhochhäusern sei so teuer, dass ihn sich nur 0,5 Prozent der Gesellschaft leisten könnten. Schon die Nebenkosten lägen oft bei fünf Euro pro Quadratmeter. Bereits das spreche gegen geförderten Wohnraum im Hochhaus. Angesichts der seit Jahren massiv gestiegenen Mieten und Preise zeichnete er ein düsteres Bild für die künftige Entwicklung. „Wir werden noch mehr soziale Spaltung bekommen in Frankfurt“, unkte er. Nur wer geerbt habe, könne sich noch eine Wohnung in der Stadt kaufen. Wer zur Miete wohne, könne auch bei guten Einkommen wegen der hohen Wohnkosten nichts zurücklegen.

Holger Hosang, Director Germany bei der Allianz Real Estate, hatte zuvor sehr dafür geworben, den Bau weiterer Bürohochhäuser gerade im Zentrum zu ermöglichen. Die Nachfrage sei groß. Schließlich sei Frankfurt wegen der im internationalen Vergleich noch günstigen Büromieten und Preise für Unternehmen, die Flächen suchen, und für Investoren eine sehr spannende Stadt. Die Möglichkeiten für Neubauten seien aber – mit nur noch vier verbliebenen Standorten im bisherigen Hochhausentwicklungsplan – für eine Stadt wie Frankfurt viel zu gering. „Wir müssen noch mehr in die Höhe bauen“, warb er.

Suche nach Wohnbauland

Konstantin Kortmann, Head of Residential Investment beim Maklerhaus JLL, sagte, die Weiterentwicklung der Frankfurter Skyline sei wichtig für das Image der Stadt. Er wies zudem darauf hin, dass der Büroleerstand in Frankfurt in den vergangenen Jahren von zwölf auf sechs Prozent gesunken sei. Es gelte nun, in der Innenstadt nachzuverdichten. Gleichzeitig müsse es aber auch Flächen für Experimentelles geben, Räume, die zum Beispiel Start-ups für unter 20 Euro pro Quadratmeter mieten können.

Auch die Schwierigkeit der Stadt, genügend Flächen für den prognostizierten Bedarf an 90 000 zusätzlichen Wohnungen auszuweisen, war ein großes Thema. Das Wohnbaupotenzial in Frankfurt gehe zur Neige, sagte Hunscher – und wies zugleich auf die massiven Restriktionen hin, die eine mögliche Bebauung fast aller Areale in der Stadt zumindest erschwerten. Vor wenigen Wochen hatte zudem die Regionalversammlung deutlich gemacht, dass sie die Pläne der Stadt für große Wohngebiete im Nordwesten zumindest westlich der A5 ablehnt. Hunscher sagte auf Fragen hin, östlich der Autobahn könnten immerhin 6000 Wohnungen entstehen, in etwa so viele wie am Riedberg. Alexander und Kortmann regten jeweils an, beim Wohnungsbau regionaler zu denken. Alexander forderte dabei, den Druck auf Städte zu erhöhen, die Bauland nicht entwickeln.

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