Stadtentwicklung in Frankfurt

Unverständlich

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Das Konzept am Pfingstberg scheitern zu lassen, ist lächerlich. Der Kommentar. 

Das Vorhaben war allzu ambitioniert, das Ziel vielleicht nie zu erreichen: Gemeinsam mit Bürgern und Experten wollte die Stadt eine Gesamtstrategie entwerfen, wie sich das stark wachsende Frankfurt in den nächsten Jahren entwickeln soll. Zu hoffen, man könne selbst bei der Ausweisung neuer Wohn- und Gewerbegebiete zu einem Konsens gelangen, war ziemlich blauäugig. Zuverlässig wehren sich Bürgerinitiativen gegen fast jedes neue Baugebiet, streitet sich die Koalition darüber, wo neue Stadtteile entstehen oder Siedlungen nachverdichtet werden könnten. In solchen Fragen Einvernehmen herzustellen, war daher alles andere als einfach.

Dass die Verabschiedung eines integrierten Stadtentwicklungskonzepts – nach fünf Jahren Arbeit, die ein gutes Dutzend Ämter beschäftigte, und einer größer angelegten Bürgerbeteiligung – ausgerechnet am Pfingstberg scheitert, ist dennoch unverständlich, ja lächerlich. Sicher war es besonders für die CDU-Fraktion angesichts ihrer langjährigen Kampagne gegen eine Bebauung der landwirtschaftlich genutzten Flächen ganz im Norden der Stadt schwierig, über ihren Schatten zu springen. Mehr als ein Untersuchungsgebiet für einen neuen Stadtteil sollte der Pfingstberg auch dem Konzept-entwurf nach nicht sein. Und dass die Flächen schnell bebaut werden könnten, ist ohnehin illusorisch. Schon den geplanten neuen Stadtteil im Nordwesten der A5 zu entwickeln, bindet so viel Kraft, dass die Stadt, selbst wenn es dafür irgendwann eine Mehrheit gäbe, die Planungen für den Pfingstberg wohl erst in vielen Jahren beginnen könnte.

Immer wieder hat die Koalition aus CDU, SPD und Grünen in den vergangenen Jahren versucht, glauben zu machen, sie sei arbeitsfähig. Dass es dem Bündnis nicht gelungen ist, beim vielleicht wichtigsten Thema für die wachsende Stadt einen Kompromiss zu finden, zeigt aber klar, wie zerstritten es ist. Allein im der Wohnungsfrage gibt es von den Quoten für geförderten Wohnraum über den neuen Stadtteil an der A5 bis zum Vorkaufsrecht für Häuser und dem Kampf gegen Leerstand ständig Krach zwischen den Partnern. Und es spricht nicht viel dafür, dass sich diese künftig zusammenraufen.

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