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Stadtentwicklung: Frankfurt will noch grüner werden.

Stadtentwicklung

Dicht bauen, um mehr Grün zu erhalten

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Die Stadt Frankfurt versucht, neue Quartiere auf möglichst kleiner Fläche zu errichten. Die Bebauung soll dicht sein, damit viel Grün erhalten bleibt.

Tausende suchen in Frankfurt eine für sie halbwegs bezahlbare Bleibe. Ende 2017 fehlten nach Zahlen des Amts für Wohnungswesen rechnerisch knapp 23.500 Wohnungen, um den Bedarf zu decken. Und das riesige Arbeitsplatzangebot wird nach Prognosen noch sehr viele Menschen in die Stadt locken – was den Wohnungsmangel weiter verschärfen wird. Zugleich wird die Stadt immer wärmer, voller, enger. Viele befürchten, dass Raum für Pflanzen und Tiere verschwindet und das Leben in der Stadt irgendwann unerträglich wird.

Dieser Zielkonflikt stellt die Stadt vor große Probleme. Kleingärtner, Umweltgruppen, Nachbarn wehren sich gegen die Versiegelung von Flächen, etwa an der sogenannten Grünen Lunge am Günthersburgpark oder auf den Feldern nordwestlich der Stadt an der Autobahn 5. Doch der Stadt kann es nach Einschätzung des Planungsdezernats nicht gelingen, den bisherigen und prognostizierten Wohnungsbedarf nur durch Aufstockung, Dachausbauten und die Konversion von Gewerbeflächen zu decken. Etwa 40 Prozent des benötigten Wohnraums wird sie nach Zahlen, die die Stadt für das integrierte Entwicklungskonzept ermittelte, auf unbebauten Flächen am Stadtrand schaffen müssen.

Frankfurt soll nachhaltig wachsen

Nicht antasten will die Stadt den Grüngürtel und den Stadtwald. Auch in größerem Umfang Kleingärten zu bebauen, kommt für die politische Mehrheit (noch) nicht infrage. Wo neue Quartiere entstehen, soll dies so umwelt- und klimagerecht wie möglich geschehen. „Wachstum nachhaltig gestalten – urbane Qualitäten stärken“ lautet der Untertitel des Stadtentwicklungskonzepts. Dort heißt es etwa: „Neue Stadtquartiere gehen maßvoll und sparsam mit dem wertvollen Gut Boden um.“ 

Um eine möglichst geringe Neuversiegelung zu erreichen, setzen die Frankfurter Stadtplaner auf eine hohe Dichte der Bebauung. Die neuen Quartiere im Nordwesten etwa sollen so errichtet werden, dass möglichst viel Grün bleibt, also etwa die Urselbach-, die Steinbachaue und der Lachgraben nicht angetastet werden. Allgemein soll jedes neue Quartier mindestens mit einem großen Quartiersplatz, einem Grünzug von mindestens 30 Metern Breite oder einem Park versorgt werden.

Frankfurt: Stadt will neue Grünflächen schaffen

Zugleich will die Stadt auch innerhalb der bestehenden Bebauung neue Grünflächen schaffen und die Qualität des bestehenden Grüns verbessern. Sie verfolgt das Ziel, Frankfurt mit einem „Grünen Netz“ zu durchziehen, sodass Grünflächen überall nach höchstens 500 Metern Fußweg zu erreichen sind.

Neue Grünverbindungen sind in den vergangenen Jahren etwa zwischen dem Rebstockpark und dem Gallus entstanden. Die Einhausung der A661 soll ermöglichen, dass Radfahrer oder Fußgänger durch einen Grünzug vom Günthersburgpark zum Huthpark und weiter zum Lohrberg gelangen können. Der Mainuferpark wird vom Druckwasserwerk im Gutleut bis zum Sommerhoffpark verlängert. Im mittleren Norden der Stadt soll ein grünes Ypsilon Grüneburgpark, Bundesbank-Zentrale, Platen- und Steuben-Siedlung, Sinaipark und den Grüngürtel besser miteinander verbinden.

In diese Planungen passt auch, dass der Günthersburgpark noch größer werden soll.

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