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Modell des Fahrradhäuschens: Exklusiver Abstellplatz für einige wenige Radler.
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Modell des Fahrradhäuschens: Exklusiver Abstellplatz für einige wenige Radler.

Frankfurt-Nordend

Stadt zahlt teuren Abstellplatz für zwölf Fahrräder

  • Miriam Keilbach
    VonMiriam Keilbach
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Ein geplantes Fahrradhäuschen im Nordend wird zum Aufreger: 17.000 Euro zahlt die Stadt, damit zwölf Anwohner ihre Räder bequem und sicher abstellen können.

In einem Pilotprojekt will die Stadt Frankfurt vor der Hegelstraße 23 und 25 ein Fahrradhäuschen aufstellen. „Ich habe Verständnis dafür, dass Sie teure Räder sicher abstellen wollen“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzende Claudia Ehrhard in Richtung der zwölf Nutzer, „aber man hat Ihnen für 380 Euro ein Stück öffentlichen Raum verkauft.“ Sie sprach in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 3 von der Privatisierung des öffentlichen Raums.

Auf der Fläche befinden sich derzeit drei Autoparkplätze, die umorganisiert werden. Illegal als Parkplätze genutzte Fläche entfällt für das 3,20 mal 3,20 Meter große Metallgestell, in dem zwölf Fahrräder sicher verwahrt werden können (die FR berichtete). Die Stadt stellt das 17.000 Euro teure Häuschen auf, aus den Bewerbern werden zwölf Nutzer gewählt, die für zehn Jahre einmalig je 380 Euro zahlen und sich eigenständig, auch finanziell, um Wartung, Reparaturen und Sauberkeit kümmern.

Auch andere Fraktionen störten sich daran, dass das privat genutzte Häuschen auf öffentlichem Grund steht. Linken-Chef Hans-Joachim Habermann hätte sich eher eine öffentliche Anlage wie an der Konstablerwache auf dem Friedberger Platz gewünscht. „Wir brauchen sichere, langfristige Abstellplätze, die auch für die Versicherung in Ordnung sind. Wir haben keine Möglichkeit auf unserem Grundstück“, sagt Nutzerin Petra Dörr.

CDU gegen Subventionen

FDP-Chef Thomas Fruhwirth befürchtet, dass jeder zweite so ein Häuschen will „und es zu einer Epidemie wird“. Dagegen argumentiert Nutzer John Hoppe, die Flächen seien begrenzt. Ökolinx-Mann Manfred Zieran schlägt vor, künftig Parkplätze für solche Anlagen umzuwidmen.

CDU-Beirat Nils-Christian Grafflage versteht das Anliegen, aber nicht, warum die Stadt die Kosten trägt. „Die Stadt subventioniert das mit 12 000 Euro, man sollte eher über eine jährliche Miete nachdenken.“ Er könne sich vorstellen, die Vorgartensatzung aufzuweichen, damit Hauseigentümer in den Vorgärten privat solche Häuschen aufstellen können. „Man muss das Thema weiterdenken, sonst haben wir schnell Anträge auf 300 solcher Gestelle.“ Für das Pilotprojekt wurden zehn Bewohner einer Hausgemeinschaft ausgewählt, dazu zwei weitere Anwohner.

SPD-Fraktionschef Rüdiger Koch verwies auf die Testphase und darauf, dass es in vielen der Gründerzeithäuser keine zumutbaren Abstellmöglichkeiten gebe. „Die Anwohner müssen ihre Räder am Zaun oder an Bäumen anschließen. Dabei ist das Fahrrad die Zukunft für die Mobilität in der Stadt.“ Die Grünen finden die Idee toll. „In anderen Städten gibt es solche Modelle längst. Ich freue mich, dass Frankfurt nachzieht und hoffe, dass es nicht das einzige bleibt“, sagt Michael Mirsch. Ortsvorsteherin Karin Guder lobt den behutsamen Umgang mit dem Raum. In einem Jahr soll das Amt für Straßenbau und Erschließung zu einer Auswertung der ersten Pilotphase im Stadtteilgremium berichten.

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