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E-Roller-Anbieter

Stadt Frankfurt will E-Roller-Anbieter zur Kasse bitten

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Seit der deutschlandweiten Einführung der E-Roller wachsen auch in Frankfurt die Probleme. Nun will die Stadt den Anbietern in Rechnung stellen, wenn die städtische Verkehrspolizei falsch geparkte E-Roller umstellt.

Seit gut zwei Monaten sind elektrische Tretroller, auch E-Scooter genannt, deutschlandweit erlaubt. Das hat zu zahlreichen Problemen geführt, wie das Frankfurter Verkehrsdezernat und das Straßenverkehrsamt berichten.

„Die Beschwerdelage ist sehr hoch“, sagte Hans Preißl, Referent von Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Gegenüber dem Dezernat rügten die Bürger vor allem das rücksichtslose Abstellen der E-Roller auf Radwegen, Blindenleitstreifen oder Fußgängerüberwegen. Dafür seien teils die Kunden verantwortlich, aber auch die Anbieter selbst. Nach dem nächtlichen Aufladen durch sogenannte Juicer platzierten diese die E-Roller morgens auch dort, wo sie nicht stehen dürften. „Das können wir nicht dulden“, sagte Preißl.

Mitarbeiter der städtischen Verkehrspolizei würden falsch abgestellte E-Roller beiseite räumen. Die Kosten für die Arbeitskraft, die dabei anfielen, sollen den Anbietern künftig in Rechnung gestellt werden, zum Beispiel, wenn zahlreiche E-Roller Gehwege blockieren.

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Beim Straßenverkehrsamt seien schon Dutzende Beschwerden wegen der E-Roller eingegangen, sagte Abteilungsleiterin Dorothee Allekotte. In den vergangenen Wochen habe die städtische Verkehrspolizei im fließenden Verkehr 50 Verstöße geahndet. So seien unter anderem mehrere Menschen gleichzeitig mit einem E-Roller gefahren, Nutzer seien auf Gehwegen unterwegs gewesen und hätten rote Ampeln ignoriert.

Sechs bis 20 Kilometer pro Stunde erlaubt

Laut Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung, die im Juni in Kraft trat, dürfen E-Roller sechs bis 20 Kilometer pro Stunde fahren. Sie benötigen eine Lenk- oder Haltestange und eine Versicherungsplakette. Fahren müssen E-Roller auf Radwegen oder Straßen. So wie Fahrräder können E-Roller im öffentlichen Raum parken, dürfen aber niemanden behindern. Eine Helmpflicht für Fahrer, die mindestens 14 Jahre alt sein müssen, besteht nicht.

E-Roller sind Kraftfahrzeuge. In Frankfurt verbietet die Grünanlagensatzung, in Parks und Grünanlagen „mit Kraftfahrzeugen zu fahren, diese zu parken, abzustellen oder zu schieben“. In Fußgängerzonen wie am Tiefkai entlang des Mains, auf der Zeil oder am Liebfrauenberg dürfen sich laut Straßenverkehrsordnung nur Fußgänger bewegen und Radfahrer, die nicht schneller als Schrittgeschwindigkeit fahren. Anders verhält es sich bei Straßen, die mit einem blauen, runden Schild, auf dem sich ein Fahrrad befindet, ausgewiesen sind, wie am Hochkai in Sachsenhausen. Hier sind E-Roller erlaubt.

Weniger Unfälle bei E-Rollern

Die hessische Landespolizei hatte Anfang Juli E-Roller kontrolliert. Dabei beschlagnahmte sie ein Fahrzeug, das keine Versicherungsplakette hatte und schneller als die erlaubten 20 Kilometer pro Stunde fuhr. „Die Frankfurter Polizei plant in Zukunft weitere gezielte Kontrollen, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen“, sagte Sprecher Marc Draschl.

Meinung zu den E-Rollern in Frankfurt: Ein bisschen Spaß darf sein

Bislang wurden bei der Frankfurter Polizei bezüglich E-Rollern Unfälle „im sehr niedrigen, zweistelligen Bereich“ angezeigt, sagte der Sprecher. Unter anderem geriet ein Zehnjähriger im Juni auf dem Riedberg mit dem E-Roller auf die Straße, stieß mit einem Auto zusammen und verletzte sich schwer. Vergangenen Montag fuhr ein 13-Jähriger am Rebstock mit einem E-Roller durch die Scheibe einer Bushaltestelle und kam mit Schnitten ins Krankenhaus. In beiden Fällen hätten die Kinder wegen ihres Alters keine E-Roller fahren dürfen.

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