Ein Hotelschiff hat am Untermainkai vor der Frankfurter Skyline angelegt.
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Ein Hotelschiff hat am Untermainkai vor der Frankfurter Skyline angelegt.

Verkehr

Stadt plant Strom für Schiffe am Main

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Jedes Jahr halten 380 Flusskreuzfahrtschiffe am Frankfurter Mainufer. Eine Machbarkeitsstudie hat ermitteln, wie sich der Ausstoß von Emissionen beim Anlegen vermeiden lässt.

Die Hafenstadt Hamburg macht es vor. In drei Jahren sollen die Container- und Kreuzfahrtschiffe in der Hansestadt mit Landstrom versorgt sein. Dann schalten die Schiffe ihre Dieselaggregate beim Anlegen aus und pusten keinen Dieselqualm mehr in die Luft, was die Umwelt und die Gesundheit schont. Die Kosten für acht Stromanschlüsse liegen dort bei 76 Millionen Euro.

In Frankfurt wären Landstromanschlüsse ebenfalls möglich. Wie eine Machbarkeitsstudie der städtischen Managementgesellschaft für Hafen und Markt (HFM) ermittelt hat, würde ein Stromanschluss zwischen 1,1 und 1,8 Millionen Euro kosten, je nach Variante. Eine Präsentation mit den Grundzügen der Machbarkeitsstudie liegt der Frankfurter Rundschau vor. Den Stadtverordneten und Ortsbeiräten wurde sie schon Anfang Dezember präsentiert.

Wie aus den Unterlagen hervorgeht, hat die HFM zwei Varianten für Stromanschlüsse untersuchen lassen. Die günstigere Variante sind „Energieterminals“, welche auf der Kaimauer montiert wären. Sie wären etwa so groß wie Stromkästen. Bei Hochwasser könnten sie innerhalb einer Dreiviertelstunde abmontiert werden.

Die teure Variante, sogenannte „Senkelektranten“, ließen sich, wie der Name schon sagt, im Boden versenken. Das mache sie nahezu unsichtbar. Der Eingriff in den Grund sei allerdings vergleichsweise teuer. Sie seien außerdem störungsanfällig, hieß es. Für einen Schiffsliegeplatz wären gleich vier Senkelektranten nötig.

Flusskreuzfahrtschiffe legen in Frankfurt am Hafen Nizza an. Die fünf Liegeplätze sind am nördlichen Mainufer zwischen Untermainbrücke und Holbeinsteg. Laut Machbarkeitsstudie, die von Spiekermann Consulting erstellt wurde, könnten drei Umspannanlagen die Liegeplätze mit Strom versorgen, in der Untermainbrücke, am Restaurant Main Nizza und auf Höhe der Mainluststraße.

In der Untermainbrücke gebe es schon eine Anlage, die genug Leistung für einen Liegeplatz habe. An der Umspannanlage am Main Nizza müsste die Leistung erhöht werden, um einen Liegeplatz zu versorgen. Eine dritte Anlage, die auf Höhe der Mainluststraße unterirdisch gebaut werden müsste, könnten die drei übrigen Liegeplätze mit Strom beliefern.

Im Hafen Nizza legen den Angaben zufolge rund 380 Flusskreuzfahrtschiffe pro Jahr an. Dabei laufen die Dieselaggregate weiter. Wie hoch die Belastung mit Schadstoffen ist, lässt sich nicht sagen, da am Main keine Messstation existiert. Spaziergänger berichten aber regelmäßig über den Dieselgestank.

Die „Fraktion“ im Römer - ein Zusammenschluss aus „Der Partei“, Piraten und Freien Wählern - forderte schon im vergangenen Sommer, die Schiffe am Main beim Anlegen mit Strom zu versorgen. Das stelle einen „großen Beitrag zur Reinhaltung der Luft“ dar“. Die Stadtverordneten müssen nun entscheiden, wie sie mit dem Thema verfahren.

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