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Theatermacher Willy Praml in der Naxos-Halle.

Naxos-Theater in Frankfurt

Stadt muss endlich Sanierung der Naxoshalle abschließen

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Die Stadt Frankfurt und Theatermacher Willy Praml müssen sich so schnell wie möglich über die nötigen Schritte für die Sicherheit des Naxos-Theaters verständigen. Ein Kommentar.

Beim Brandschutz der öffentlichen wie der privaten Gebäude kann und darf die Stadt Frankfurt keinen Rabatt einräumen. Und sie hat es auch bisher nicht getan. Im Gegenteil: Es gibt Beispiele dafür, dass die Kommune den Brandschutz auch gegen mächtige wirtschaftliche Interessen durchsetzte – etwa, indem sie schon zwei Mal das Metropolis Kino-Center am Eschenheimer Turm wegen Mängeln schloss.

Die 1906/1907 erbaute, heute denkmalgeschützte Naxoshalle ist ein besonderer Fall. Im Jahre 2000 ist das Theater Willy Praml in das Gebäude eingezogen, das damals noch dem Kaufmann Josef Buchmann gehörte. 2006 hat die Kommune das Haus Buchmann für 20 Millionen Euro abgekauft.

Von Anfang an versäumte die Stadt es aber, das alte Gebäude der Industrieproduktion tatsächlich hinreichend als Theaterspielstätte herrichten zu lassen. Es gab nur einige provisorische Arbeiten, die Sanierung wurde zwar begonnen, aber nie vollendet. Das war unverantwortlich.

Im Römer hieß es immer wieder, „der Willy“ werde es schon richten. Die Kommunalpolitiker waren froh, mit dem leidenschaftlichen Theatermann Willy Praml einen Nutzer für die Halle mit dem besonderen Flair gefunden zu haben. Auch um die vertragliche Regelung dieses Nutzungsverhältnisses kümmerte sich lange Zeit niemand.

Praml tat, was er in seiner Theaterarbeit schon immer getan hat: Er improvisierte mit großem Geschick. Die Anzahl der Nutzer und Besucher der Naxos-Halle wuchs. Dass dabei niemand eine Genehmigung der nachträglichen Einbauten erwirkte, war unverantwortlich.

Doch daran darf jetzt der Spielort Naxos-Halle, der für die Theaterszene Frankfurts große Bedeutung besitzt, nicht scheitern. Stadt und Theatermacher müssen sich so schnell wie möglich über die nötigen Schritte für die Sicherheit des Theaters verständigen. Und dann muss die Kommune endlich die Sanierung der Halle abschließen. Alles andere wäre unverantwortlich.

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