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Die CDU im Ortsbeirat würde gerne den Flohmarkt am Schaumainkai verlegen.

Mainufer

Stadt gegen Flohmarktverlegung

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Verkehrsdezernat kann Sorge über Sperrung des Mainufers nicht nachvollziehen.

Wenn die nördliche Mainuferstraße ab 2. August für ein Jahr lang für Autofahrer gesperrt wird, soll es keine Zusatzangebote für die betroffenen Verkehrsteilnehmer geben. Das bestätigt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) auf Anfrage der FR.

Die Sorge des Ortsbeirats 5, die Sperrung gehe zu Lasten des Frankfurter Südens, bezeichnet der Dezernent für „an die Wand gemalte Probleme“, die er nicht sehe. Er verweist als Entlastung auf die unabhängig von der Sperrung im vergangenen Jahr eingeführte Straßenbahnlinie 14, die durch die Altstadt fährt, sowie auf die Radwegeführung, die im Bereich Mainkai und Schöne Aussicht verbessert werden soll.

Der Ortsbeirat 5 hatte in seiner Sitzung Anfang Juni alternative Angebote für Verkehrsteilnehmer gefordert, die von der Sperrung der nördlichen Mainuferstraße betroffen sein werden. Das Gremium befürchtet, dass ein Großteil der Autofahrer dann zusätzlich durch den Frankfurter Süden kurven wird.

„Da wird eine katastrophale Situation auf uns zukommen“, fürchtet Kinderbeauftragter Roland Limberg (CDU). „Die Ufersperrung ist ökonomisch und ökologisch eine schlechte Entscheidung, zumal sich zahlreiche Schulen auf den Umfahrungsstraßen befinden“, sagt Limberg.

Martin-Benedikt Schäfer (CDU) moniert: „Von den 20 000 Autos werden 85 Prozent über Sachsenhausen fahren.“ Er findet, man hätte Alternativen anbieten müssen. „Ob das „Park & Ride“-Plätze, der ÖPNV oder Fahrradwege sind. Aber einfach die Straße schließen und abwarten, ist nicht der richtige Weg“, tadelt er den Verkehrsdezernenten.

Um Sachsenhäuser Wohngebiete zu schützen, fordert die CDU, den großen Flohmarkt vom Schaumainkai „an einen anderen attraktiven Standort“ zu verlegen. Etwa an die nördliche, dann ohnehin gesperrte Mainuferseite. Oesterling hält das für unnötig. „Zu langen Staus ist es nicht gekommen, der Verkehr ist immer abgeflossen“, erinnert sich der Dezernent an Tagen, in denen beide Uferseiten wegen Festen und Flohmarkt zugleich gesperrt waren. „Eine Verlegung des Flohmarktes auf das nördliche Mainufer ist weder sinnvoll noch machbar.“

Auch in der Römerkoalition sehe er dafür keine Mehrheit. Das nördliche Mainufer biete zu wenig Platz für die Stände; zum einen wegen der Hafenbahn, zum anderen müssten Flächen für die Anlieferung der Schiffe und als Flucht- und Rettungswege freigehalten werden.

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