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Mehrfach demonstrierte die Schulgemeinde der IGS Nordend für ihre Köchin Sandra Beimfohr.
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Mehrfach demonstrierte die Schulgemeinde der IGS Nordend für ihre Köchin Sandra Beimfohr.

Schulessen

Stadt Frankfurt will selbst für Verpflegung an Schulen sorgen

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
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An der IGS Nordend gewinnt erneut ein Großcaterer die Ausschreibung zur Schulverpflegung - zum Ärger von Stadt und Schule. Bildungsdezernentin Weber will die Vergabe nun ändern.

Die Stadt Frankfurt will die Verpflegung an den Schulen neu organisieren. Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) möchte die Schulen nicht mehr von Caterern beliefern lassen. Die Stadt soll die Essensversorgung selbst übernehmen – etwa durch eine Schulküche, die sich als kommunaler Eigenbetrieb organisieren ließe.

Anlass für Webers Pläne ist die Vergabe des Schulessens an der IGS Nordend. Wie die Dezernentin am Montag mitteilte, geht der Auftrag an den Arbeiter-Samariter-Bund (ASB). Damit gewinnt zum zweiten Mal hintereinander ein Großcaterer die Ausschreibung für den Betrieb der Mensa – sehr zum Ärger der Schulgemeinde. Und auch Weber sagte, sie bedauere das Ergebnis.

Der Streit um das Schulessen an der IGS Nordend hat eine mittlerweile knapp dreijährige Geschichte. Die Cantina Buen Barrio, deren Köchin Sandra Beimfohr das Essen an der Schule kochte, verlor Anfang 2018 die Ausschreibung gegen den Großcaterer Sodexo. Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie das Kollegium setzten sich für Beimfohr ein, es gab Demonstrationen und Solidaritätsaktionen, doch am Ende musste Beimfohr die Mensa räumen, und Sodexo hielt Einzug.

Wenig überraschend wurde das Unternehmen an der Schule nicht glücklich. Die Zahl der Kinder, die regelmäßig in der Mensa essen, ging zurück. Zugleich bereitete das Bildungsdezernat die nächste Ausschreibung vor. Dafür wurden die Kriterien überarbeitet. „Mehr regionale Produkte, ein geringerer ökologischer Fußabdruck, die Berücksichtigung der Wünsche der Schule sowie eine gute Kommunikation und Beschwerdemanagement wurden geschärft und in den Vordergrund gerückt“, teilte das Dezernat mit.

Elternbeirat frustriert

Als die Essensversorgung an der IGS im Frühling neu ausgeschrieben wurde, bewarb sich Sodexo nicht erneut. Die Schulgemeinde hoffte auf eine Rückkehr der Cantina Buen Barrio. Doch trotz der überarbeiteten Kriterien setzte sich der Bewerber mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis durch, nämlich der ASB. „Um ganz sicher zu gehen, dass wir nichts übersehen haben, habe ich die Auswertung zweimal vergaberechtlich prüfen lassen“, sagte Weber. Am Resultat änderte das nichts. Der ASB war für eine Stellungnahme am Montag nicht zu erreichen.

Schulelternbeirätin Alexandra Rohrbach äußerte sich im Gespräch mit der FR frustriert: „Das ist sehr bitter für uns, wir haben alles getan, damit Sandra Beimfohr wiederkommt.“ Ob es weitere Protestaktionen geben wird, will sie mit dem Mensa-Ausschuss der Schule besprechen.

Der Fall zeige, dass eine Ausschreibung für kleine Anbieter kaum zu gewinnen sei, sagte Weber: „Sie ist nicht geeignet für die Essensversorgung an unseren Schulen. Deshalb wollen wir jetzt neue Wege gehen.“ Um ein Verfahren für die Rekommunalisierung auszuprobieren, soll nach dem Ende des Vertrags mit dem ASB an der IGS Nordend ein Pilotprojekt beginnen.

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