Brandkatastrophe aus Lesbos

Stadt will Geflüchtete aus Moria aufnehmen

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
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Lange hieß es im Römer, die Stadt Frankfurt könne nicht noch mehr Flüchtlinge aufnehmen. Angesichts der Bilder aus Moria gibt es jetzt ein Umdenken.

Die Stadt Frankfurt will Flüchtlinge aus dem abgebrannten Lager in Moria aufnehmen. Einen entsprechenden Beschluss wird das schwarz-rot-grüne Römer-Bündnis voraussichtlich in der Koalitionsrunde am heutigen Dienstag fassen.

Wie die Magistratsgruppensprecher Stefan Majer (Grüne) und Uwe Becker (CDU) auf FR-Anfrage bestätigen, will sich die Stadtregierung an einem offenen Brief beteiligen, den die Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister von zehn deutschen Großstädten an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) geschrieben haben. Darin bekunden sie ihre Bereitschaft, Flüchtlinge aus Moria aufzunehmen. Auch Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hatte sich in den sozialen Medien entsprechend geäußert.

Die Frankfurter Koalition wird den Brief voraussichtlich um einen Text ergänzen, in dem es etwa heißt: „Wo zusätzliche Flächen für Unterkünfte notwendig sind, werden wir diese zeitnah zur Verfügung stellen und dabei auch Übergangslösungen in Betracht ziehen, selbst wenn Flächen hierzu mittelfristig für andere Nutzungen vorgesehen sind.“

Bisher wollte das Stadtparlament keine Bereitschaft zur Aufnahme zusätzlicher Geflüchtete ausdrücken. Insbesondere die CDU hatte darauf hingewiesen, dass die Möglichkeit für eine angemessene Unterbringung erschöpft seien. „Hier geht es aber nicht um ein grundlegendes Signal, sondern um die aktuelle Situation in Moria“, sagte Becker.

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