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So soll das Adorno-Gymnasium mal auf dem neuen Gelände stehen.
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So soll das Adorno-Gymnasium mal auf dem neuen Gelände stehen.

Campus Westend

Stadt Frankfurt und Land Hessen vereinbaren Grundstückstausch

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
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Durch einen Grundstückstausch zwischen Stadt und Land hat die Stadt Platz, Gebäude für zwei Schulen zu bauen, und die Uni kann sich weiterentwickeln.

Es ist ziemlich genau vier Jahre her, da verkündeten der Frankfurter Baudezernent Jan Schneider (CDU) und der damalige hessische Wissenschaftsdezernent Boris Rhein (CDU) die Absicht, im Westend Grundstücke zu tauschen. Damit die Stadt eine Fläche zum Bauen des Adorno-Gymnasiums erhält, damit das Land eine Fläche zur Weiterentwicklung des Universitätscampus bekommt. Nun steht der Tauschvertrag. Der Magistrat hat zugestimmt und am gestrigen Freitag konnte Schneider nun sagen: „Das Projekt kommt in trockene Tücher.“ Wenn die Stadtverordneten in der nächsten Woche noch zustimmen, dann erhält die Stadt Frankfurt vom Land Hessen ein Grundstück zwischen Hansaallee, Miquelallee und Eschersheimer Landstraße. Dort soll der Neubau des Adorno-Gymnasiums entstehen und eine neue Grundschule.

Im Gegenzug übernimmt das Land von der Stadt ein gleichwertiges Grundstück im Nordwesten des Universitätscampus, auf dem sich derzeit das Adorno-Gymnasium und die Holzhausenschule in einem Übergangsquartier befinden. Auf dem Areal soll nach Wegzug der Schulen die Unibibliothek entstehen. Der Tausch sei ein großer gemeinsamer Kraftakt gewesen sei, sagt Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne). Doch die unterschiedlichen Interessen hätten sich nun „in gegenseitigem Gewinn aufgelöst“.

Zu all dem verkauft die Stadt das angrenzende Areal auf dem Campus ans Land. Dort ist derzeit die berufliche Philipp-Holzmann-Schule beheimatet. Die Fläche ist im Bebauungsplan aber bereits jetzt als Erweiterungsfläche für die Hochschule ausgewiesen. Der Tauschvertrag „gibt uns Planungssicherheit in der baulichen Weiterentwicklung des Universitätscampus“, sagt Unipräsident Enrico Schleiff. Auch Dorn befand, dass die Schule nun „nicht mehr im Weg steht“ und die Uni eine zusammenhängende Entwicklungsfläche für den Campus erhalte, „die nicht mehr von breiten Straßen zerschnitten ist“.

Die Philipp-Holzmann-Schule darf aber noch bis zu 25 Jahre bleiben. „Das gibt uns genug Zeit, die Entwicklung der beruflichen Schulen voranzutreiben“, sagt Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD). Denn es soll ein Berufsschulcampus gemeinsam mit der Handwerkskammer in der Stadt realisiert werden. Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) mahnt aber an, dass die Stadt „hoffentlich ambitioniert genug ist, diese 25 Jahre nicht ganz auszunutzen“.

Was das Land genau für die Fläche bezahlen wird, wird erst feststehen, wenn der Verkauf aktuell ist. Der Bodenrichtwert sei ermittelt worden, sagte Weber. Er liege derzeit bei acht Millionen Euro. „Wenn die Philipp-Holzmann-Schule dann verlagert wird, wird der aktuelle Wert ermittelt.“

Zum Tauschvertrag erhält die Stadt auch noch die Option, das Areal der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK) an der Eschersheimer Landstraße zu erwerben. Die Schule soll in einen Neubau auf dem Kulturcampus Bockenheim umziehen. Nach den Plänen von Weber soll dann die städtische Musikschule, derzeit in der Schirn beheimatet, in dem Gebäude untergebracht werden. „Es ist hervorragend geeignet, es hat etwa einen Konzertsaal“, sagt Weber.

Zudem könne dort noch eine zwei- bis dreizügige Grundschule untergebracht werden – am besten mit einem Musikschwerpunkt. „Damit haben wir Plätze für 500 Schüler:innen in der Innenstadt“, sagt Weber. „Das ist viel wert, denn es ist schwer, in der Innenstadt Flächen für die Schulentwicklung zu bekommen.“

Auch wenn der Tauschvertrag nun geschlossen ist, „die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Land und Uni muss auch in den nächsten Jahren funktionieren“, sagt Schneider. Denn die Projekte stehen alle in Abhängigkeit zueinander. Das Adorno-Gymnasium braucht einen Neubau, die Holzhausenschule ein saniertes Gebäude, damit sie umziehen und Platz für eine Unibibliothek machen können. Um mit dem Bau anzufangen, müssen auf dem Gelände aber zunächst Seminarpavillons der Uni weichen. Sie sollten bis 2023 versetzt sein, sagt Dorn. Weber rechnet damit, dass der Neubau fürs Adorno-Gymnasium „in sieben bis acht Jahren fertiggestellt ist“.

Boddenberg hält die Zusammenarbeit zwischen Land und Stadt für gelungen. „Ich hoffe, das kann bei anderen Dingen auch funktionieren.“ Etwa bei der Siesmayerstraße, wo ein ehemaliges Unigebäude leersteht.

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