1. Startseite
  2. Frankfurt

Stadt Frankfurt spart nur mühsam Energie

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Georg Leppert

Kommentare

Die Paulskirche wird nicht mehr angestrahlt.
Die Paulskirche wird nicht mehr angestrahlt. © ROLF OESER

Römer und Paulskirche bleiben fortan dunkel. Für die übrigen öffentlichen Gebäude gibt es hingegen kaum konkrete Pläne.

Um Energie zu sparen, wird die Stadt Frankfurt den Römer und die Paulskirche künftig nicht mehr anstrahlen. Die beiden prestigeträchtigsten Gebäude der Stadt bleiben nachts demnach dunkel. Das OB-Büro bestätigte am Montag eine entsprechende Weisung von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD).

Für Römer und Paulskirche besitzt Feldmann das Hausrecht, folglich kann er über die Beleuchtung einfach entscheiden. Bei anderen städtischen Gebäuden – sei es das Schauspielhaus, Museen oder die Tierhäuser im Zoo – ist das schwieriger. Um dort Vorgaben zum Energiesparen zu machen, braucht es einen Beschluss des Magistrats. Dieser werde derzeit vorbereitet, heißt es aus dem OB-Büro. Ob die Vorlage nach den Sommerferien vorliegt, ist offen.

Frankfurt: Behörde überfordert

Eine entscheidende Rolle beim Energiesparen in städtischen Liegenschaften kommt Baudezernentin Sylvia Weber (SPD) zu, die die politische Verantwortung für das Amt für Bauen und Immobilien trägt. Sie beantwortete kürzlich eine Anfrage im Stadtparlament und sorgte damit zumindest bei der Linken für Verwunderung. In den Liegenschaften der Stadt Frankfurt seien unterschiedliche Temperaturen vorgesehen, führte Weber aus. Diese würden aber „oft überschritten“. Zwar sollte das Energiemanagement im Amt für Bau und Immobilien die Werte überprüfen. Allerdings sei die Abteilung personell mangelhaft ausgestattet, so dass sie dieser Aufgabe „nur sehr begrenzt“ nachkommen könne. Für die nächste Heizperiode sei aber geplant, die Temperatur in den öffentlichen Gebäuden um ein bis zwei Grad zu senken –wie es der Deutsche Städtetag in einem Rundschreiben vorgebe.

Die Linke fordert nun ein Energiesparkonzept für Frankfurt und nimmt neben Weber auch Klimaschutzdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) in die Pflicht. Heilig hatte im Juli im Stadtparlament von einer großen Krise gesprochen, in der gerade die Stadt aufgefordert sei, Energie zu sparen. „Wir gehen erst einmal an unsere eigenen Gebäude, nicht nur an die Schulen“, so Heilig.

Frankfurt: Linke fordert Konsequenzen

Für Michael Müller, dem Fraktionschef der Linken im Römer, müssen den Worten nun auch Taten folgen. „Die Stadt Frankfurt unterhält ein eigenes Energiereferat“, sagt er. „Wie kann es sein, dass nicht einmal in den eigenen Liegenschaften ein optimiertes Energiemanagement umgesetzt wird?“

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG hat mit dem Energiesparen schon angefangen – oder zumindest die notwendigen Ankündigungen gemacht. In den 34 000 Wohnungen des Konzerns, die zentral beheizt werden, wird die Heizung im Herbst gedrosselt. Tagsüber lassen sich dann 20 Grad, nachts nur noch 18 Grad erreichen.

Auch interessant

Kommentare