Justiz

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen AWO

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Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf Betrug und Untreue gegen führende Mitarbeiter des Frankfurter Kreisverbands der Arbeiterwohlfahrt (AWO).

AWO-Sprecherin Nadja Niesen bestätigte am Freitag die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Betrug und Untreue, ohne nähere Details zu nennen. Es geht um Millionen von Euro, die die AWO für den Betrieb zweier Flüchtlingsheime von der Stadt bekommen hatte.

Anlass für diese Ermittlungen waren vor allem Recherchen der „Frankfurter Neuen Presse“ (FNP). Anfang des Jahres hatte sich die AWO von zwei Altenheimen getrennt, Diakonie und Caritas hatten die Heime samt Personal übernommen – offiziell im gegenseitigen Einvernehmen und aus dem Grund, dass die AWO sich auf ihr Kerngeschäft, die Altenhilfe, konzentrieren wolle. Doch laut FNP soll es zu einem „Zerwürfnis“ der Geschäftspartner gekommen sein, weil „die Stadt mit dem Geschäftsgebaren des Wohlfahrtsverbands unzufrieden gewesen“ sei.

Anstoßen auf die „AWO-Familie“: Festakt ignoriert die Ermittlungen wegen Verdachts auf Betrug und Untreue.

In einem Fall soll es um das Essen gegangen sein: Die AWO soll ursprünglich geplant haben, die Flüchtlinge aus der Küche eines benachbarten Altenhilfezentrums mitzuversorgen. Weil laut AWO „die Altenheimküche den Ansprüchen der Asylbewerber nicht gerecht geworden“ sei, soll die AWO einen externen Caterer beauftragt haben – der deutlich günstiger gewesen sein soll als die 17,90 Euro Tagespauschale, die die Stadt der AWO weiterhin gezahlt habe.

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Der andere Knackpunkt soll der Sicherheitsdienst für die beiden Flüchtlingsheime gewesen sein. Für deren Bewachung habe die AWO einen eigenen Sicherheitsdienst gegründet, dem die Stadt von 2015 bis 2018 mehr als sieben Millionen Euro gezahlt haben soll. Jedenfalls war diese Sicherheitsfirma nicht so günstig, als dass die neuen Betreiber diese Dienste weiterhin in Anspruch nähmen – der Vertrag ist mittlerweile gekündigt worden.

Bei den Unterkünften handelt es sich um eine am Rande der Innenstadt mit 380 Plätzen und eine in Niederrad mit 211 Plätzen.

Ein „Compliance Officer“ soll ab 1. Januar 2020 Verfehlungen im Unternehmen nachgehen. OB Peter Feldmann soll sich am Dienstag in der Koalitionsrunde erklären.

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