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Gut gerüstet gegen Regen: Stadtspaziergänger.
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Gut gerüstet gegen Regen: Stadtspaziergänger.

Frankfurt-Sachsenhausen

Spuren des Champagnerbarons

Ralph Demant und Birgit Naumann bieten kostenlose Stadtspaziergänge an. Sie wollen Aufklärungsarbeit in Sachen Geschichte betreiben – und mit ihren Spaziergängern historische Orte entdecken.

Ralph Demant steht auf einer der sechs Terrassen der Villa Mumm. „Hier hat der Champagnerbaron mit seinen Angehörigen gefrühstückt“, sagt der Guide über das ehemalige Palais der Familie Mumm von Schwarzenstein. Auf einem 125 000 Quadratmeter großen Grundstück am Rand des Stadtwalds hatte der Sektfabrikant Hermann Mumm das Gebäude gemeinsam mit seiner Gattin Emma errichtet.

Nach weniger als zwei Jahren konnte das Ehepaar mit sieben Kindern und mehr als 20 Dienstboten im Jahr 1904 einziehen. Über 70 Zimmer standen ihnen an der Kennedyallee zur Verfügung – vom Ballsaal bis zum Billardzimmer. Lange Freude hatte der Champagnerbaron an seinem neuen Domizil im Stile des Historismus aber nicht. Hermann Mumm erlag noch im selben Jahr einem Schlaganfall. Die „Königin von Frankfurt“, wie der Volksmund Ehefrau Emma nannte, residierte fortan allein.

„Kein Mensch kennt dieses Haus“, sagt Birgit Naumann über den heutigen Sitz des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie. Deshalb betreibt sie Aufklärungsarbeit in Sachen Geschichte. Der Besuch der Villa Mumm ist der abschließende Höhepunkt des „historischen Stadtspaziergangs“, den Naumann und Ralph Demant in unregelmäßigen Abständen anbieten. „Vom Riedhof zum Frauenhof“ heißt der Titel des Rundgangs. „Frankfurt ist ein geschichtsträchtiger Ort“, sagt Naumann. Seit 25 Jahren wohnt sie in der Stadt. „Ich gehe gerne spazieren, um etwas Neues zu erfahren – vor allem, wenn es sich um weniger bekannte Orte handelt.“

Fortsetzung am 18. April

Seit August 2013 bietet das Paar die kostenlosen Promenaden an. Im Schnitt 15 Teilnehmer durchstreifen mit ihnen die Stadt nach Sehenswürdigkeiten. „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Veranstaltungen anzubieten, die im weitesten Sinne etwas mit der Frankfurter Stadtgeschichte zu tun haben“, umschreibt Ralph Demant das Ziel der kostenlosen Initiative.

Das nasskalte Wetter am Sonntagnachmittag ist aber nicht mit den beiden Hobby-Spaziergängern. Nur drei der sieben angemeldeten Teilnehmer haben sich an der Beuthener Straße eingefunden. Dort beginnt die zweistündige Tour. Außer zur Villa Mumm geht es zu den Überresten des Riedhofes, ehemals Teil der Frankfurter Landwehr, und zur Heimatsiedlung. Fortgesetzt wird der Rundgang am 18. April – in Niederrad. Von der Villa Buchenrode geht es dann über den Sandhof weiter bis zum Frauenhof.

„Heute, bei diesem Wetter, macht es mir keinen Spaß“, sagt eine Rentnerin aus Bergen-Enkheim, die gemeinsam mit einer Freundin gekommen ist. Sonst geht sie aber gerne auf Tuchfühlung, wie sie betont. Eine weitere Besucherin, die ihren Namen in der Zeitung nicht lesen möchte, ist Stamm-Spaziergängerin. „Ich war schon ein paar Mal dabei“, sagt die Seckbacherin. „Man lernt etwas über Nischenthemen, die nicht von großen Museen kommuniziert werden.“

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