Mainkai

Spürbare Entlastung

Weniger Verkehr seit Wiedereröffnung des Mainkais.

Was für eine Wohltat, so wenig Verkehr“, schreibt ein Mitglied der Facebook-Gruppe der Bürgerinitiative „Sachsenhausen wehrt sich“. „Ich merke auch eine spürbare Entlastung der Stresemannallee und Kennedyallee. Heute mal ein Morgen ohne Hupkonzert“, antwortet ein anderer, ein Dritter schreibt: „Bei uns in der Mörfelder ist es auch angekommen, es ist weniger Verkehr als in den vergangenen Monaten.“

Eine Woche nach der Wiedereröffnung des Mainkais bestätigt so gut wie jeder, den man in Sachsenhausen fragt, dieses subjektive Empfinden der Anwohner. Torsten Schiller, der Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Schweizer Straße, sagt: „Es ist spürbar weniger auf den Straßen los, wir sind wirklich froh.“

Am Dienstag vergangener Woche wurden die Absperrungen am Mainkai entfernt, seither rollen nach 13 Monaten wieder Autos über die nordmainische Ost-West-Verbindung. Es habe ein paar Tage gedauert, bis sich die Autofahrer wieder umgewöhnt hätten, hat Schiller beobachtet. Aber es sei spürbar entspannter, sowohl auf der Schweizer als auch in den Nebenstraßen wie der Oppenheimer Landstraße, die manch einer als Schleichweg benutzte. „Der Schwerlastverkehr, die ganzen Schuttlaster sind weg, es ist deutlich leiser“, bestätigt Gregor Meyer, Inhaber von Feinkost Meyer. Es sei „kein Vergleich zu vorher“, als der Mainkai gesperrt war.

Beruhigung dringend nötig

„Endlich kann man sich wieder als Fußgänger und Cafébesucher draußen aufhalten“, findet Torsten Schiller. Die Atmosphäre auf der Schweizer habe sich in dem Jahr der Sperrung durch den stetigen Autoverkehr und die vielen Abgase „sehr zum Negativen gewandelt“.

Nichtsdestotrotz müsse weiter für eine Verkehrsberuhigung der wichtigsten Sachsenhäuser Einkaufsstraße gekämpft werden. Eine baldige Veränderung sei essenziell, um die Schweizer Straße attraktiv zu erhalten. Auch der viele Verkehr habe dazu beigetragen, dass viele Geschäfte zugemacht haben. Denn die Kunden kauften lieber online ein, als sich auf eine ungemütliche Shoppingtour an einer lauten, vielbefahrenen Straße zu begeben.

Sehr zufrieden mit den weniger überfüllten Straßen auf der südlichen Mainseite ist Herbert Schmoll, Gründer und Sprecher der Bürgerinitiative „Sachsenhausen wehrt sich“.

Am Mittwoch vergangener Woche war er am frühen Abend mit dem Fahrrad unterwegs auf der Untermainbrücke und traute seinen Augen kaum: „Es gab keinen Rückstau auf der Brücke vom Linksabbieger in den Schaumainkai“, berichtet er. Ein seltener Anblick um 18.30 Uhr, den er gleich mit der Handykamera festhielt.

„Wegen Corona hatte sich die dramatische Situation der ersten Monate der Sperrung in letzter Zeit entspannt“, so Schmoll. „Aber jetzt haben wir tatsächlich eine deutliche Entlastung.“ Die Bürgerinitiative mache trotzdem weiter, damit sich die Sperrung des Mainkais nicht so bald wiederhole.

Die teilweise veränderte Straßenführung in Sachsenhausen ist allerdings noch erhalten geblieben, etwa der Linksabbieger an der Gartenstraße. Der Ortsbeirat 5 hat bereits gefordert, diesen wieder rückgängig zu machen. Denn die Möglichkeit, von Norden kommend Richtung Osten abzubiegen, habe zu neuem Schleichverkehr in den Sachsenhäuser Wohnstraßen geführt. Wegen des Linksabbiegers habe sich die Stegstraße zur neuen „Rennstrecke“ Richtung Süden entwickelt, weil Autofahrer die Ampeln in der Schweizer Straße umfahren wollen, begründet der Ortsbeirat die Forderung.

Herbert Schmoll ist aufgefallen, dass der Mainkai deshalb weniger gut als Ost-West-Verbindung von der Innenstadt aus angefahren werden kann. „Wir werden also in Sachsenhausen weiter benachteiligt“, stellt er fest.

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