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Ayse Dalhoff kandidiert am 14. März für die Linke.
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Ayse Dalhoff kandidiert am 14. März für die Linke.

Ayse Dalhoff

Sprachrohr von Kindern und Eltern

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
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Die Frankfurter Stadtverordnete Ayse Dalhoff zählt zu den Gründerinnen von „Familie in der Krise“.Sie plädieren für bessere Betreuungsangebote in der Corona-Krise.

Neulich hat Ayse Dalhoff mal wieder irgendwo ein paar Unfreundlichkeiten über das Bündnis „Familie in der Krise“ gelesen. Diese unverantwortlichen Eltern, hieß es da, wollten mit aller Macht sämtliche Kitas und Schulen öffnen. Ganz unabhängig von der Infektionszahl. Weil ihnen die Betreuung ihrer Kinder nämlich wichtiger sei als das Leben von Menschen. Insofern handele es sich bei „Familie in der Krise“ eigentlich um einen Teil der Bewegung „Querdenken“. Und das hat Ayse Dalhoff, die Stadtverordnete aus Frankfurt-Preungesheim, dann doch maßlos geärgert. „Wir haben nichts, aber auch gar nichts mit diesen Querdenkern zu tun“, sagt die 34-Jährige.

Ayse Dalhoff wird ihr dreijähriges Kind am heutigen Montag in den Kindergarten bringen. Sie und ihr Mann sind berufstätig, eine andere Lösung gebe es nicht, sagt sie. So sieht ihre persönliche Situation aus. Politisch geht es ihr gar nicht so sehr darum, dass sämtliche Kindereinrichtungen sofort öffnen. Schon gar nicht um jeden Preis. Wichtig ist ihr, „dass die Kinder und Jugendlichen gehört werden“. Denn genau das passiere seit Beginn der Pandemie viel zu selten.

Im April vorigen Jahres – Schulen und Kitas hatten gerade seit einigen Wochen geschlossen – lief Dalhoff bei einer Demonstration von Eltern mit. Dieser Reflex, mit dem Einrichtungen für Kinder direkt dichtgemacht wurden, und dazu die fehlende Perspektivlosigkeit, dagegen wollte sie protestieren. Aus diesem Engagement entstand das Bündnis „Familie in der Krise“. Ayse Dalhoff zählt zu den Gründerinnen.

Dalhoff ist Familientherapeutin und Pädagogin. Sie ist keine Naturwissenschaftlerin. Deshalb weiß sie nicht, wie ansteckend Kinder und Jugendliche sein können. Genau genommen weiß das noch nicht einmal die Wissenschaft. Es gibt mittlerweile zahlreiche Studien und Analysen dazu, die zumindest bei der Bewertung von Kindern als Infektionstreibende zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Dalhoff kann der Argumentation des Leiters des Frankfurter Gesundheitsamts, René Gottschalk, viel abgewinnen, der Schulen und Kitas offen lassen würde, wenn die Hygienekonzepte stimmen. Doch die Politikerin der Linken weiß, dass es Kritik an Gottschalk gibt. Gerade im sozialen Netzwerk Twitter wird er scharf angegangen.

Dalhoff warnt aber davor, es sich bei der Bewertung der Infektionslage zu einfach zu machen. Kinder und Jugendliche verschwinden nicht aus der Öffentlichkeit, wenn ihre Einrichtungen geschlossen werden. Und was passiere denn, wenn Eltern ihre Kinder nicht mehr in Kita oder Grundschule schicken könnten, fragt Dalhoff. Viele Jungen und Mädchen würden von den Großeltern betreut oder in privaten Wechselmodellen, bei denen Eltern jeweils für einen Tag vier oder fünf Kinder nähmen. Das alles spiele sich dann in Räumen ab, für die es kein Hygienekonzept gebe und auf die der Staat keinerlei Zugriff habe. Zum Rückgang der Infektionszahlen dürfte keine der Lösungen beitragen.

Corona wird vorübergehen. Ob das Bündnis „Familie in der Krise“ weiterarbeitet, ist offen. Aber Ayse Dalhoff will auf jeden Fall weiter Politik machen. 2016 ist sie für die Linke ins Stadtparlament eingezogen, am 14. März will sie sich erneut in den Römer wählen lassen. Platz fünf auf der Liste sollte dafür reichen. Danach wird sie mit Sicherheit wieder jugendpolitische Sprecherin ihrer Fraktion. Damit die jungen Menschen in Frankfurt Gehör finden.

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