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Spott nach Aus für Modemesse in Frankfurt

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Von: Georg Leppert

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Frankfurt wird vorerst nicht Modehauptstadt.
Frankfurt wird vorerst nicht Modehauptstadt. © Peter Jülich

Die Grünen hoffen weiter auf die Fashion Week, die Linke spricht von einem „Millionengrab“.

Am ersten Arbeitstag im neuen Job sollte man ausgeschlafen sein. Das weiß sicher auch Uwe Becker (CDU), der frühere Frankfurter Kämmerer, der am Dienstag als Europastaatssekretär der Landesregierung angefangen hat. Doch wenn seine Heimatstadt schwere Rückschläge erleidet – wie jetzt den weitgehenden Abzug der Modemesse – dann muss Becker das einfach kommentieren. Und so schrieb der Politiker, der sich im März zum Frankfurter CDU-Vorsitzenden wählen lassen will, mitten in der Nacht auf Facebook: „Dieser neue Wackelvierer im Frankfurter Magistrat bekommt aber wirklich gar nichts hin. Erst vertreibt der Oberbürgermeister die IAA aus Frankfurt, und jetzt lässt man sich die Fashion Week von Berlin wieder abnehmen.“

Das sind starke Worte, die aber ein paar Details verschweigen. Als sich die IAA entschied, Frankfurt zu verlassen, waren auch Becker und Wirtschaftdezernent Markus Frank (CDU) in der Verantwortung. Das gemeinsame Konzept des Magistrats, die IAA zu halten, scheiterte krachend. Und außerdem: Was genau hätte der „Wackelvierer“ tun sollen, um die Messen und Mode-Veranstaltungen der Premium Group zu halten? Dazu schreibt Becker nichts.

Deutlich zurückhaltender äußerte sich am Dienstag der CDU-Stadtverordnete Yannick Schwander im Gespräch mit der FR. Dass die ausrichtende Premium Group mit ihren Formaten im Modesektor wieder nach Berlin ziehe, sei nicht die Schuld der Koalition aus Grünen, SPD, FDP und Volt. Aber: Die Stadtregierung müsse nun einen Weg finden, mit der schwierigen Situation umzugehen, und die Messe bei Bemühungen, sich neu aufzustellen, unterstützen. Schließlich halte auch das Viererbündnis die Ausschüttungen der Messe für elementar, um Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag umzusetzen.

Auf Nachhaltigkeit setzen

Passend dazu verbreiten die Grünen im Römer Zuversicht: „Die Frankfurt Fashion Week kann eine Zukunft haben – auch ohne die Premium Group“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher, Uwe Paulsen. Die Messe Frankfurt werde an dem Konzept auch ohne den renommierten Ausrichter festhalten. Das könne sich lohnen, so Paulsen: „Die Voraussetzungen dafür, dass die Frankfurt Fashion Week ein Erfolg werden kann, sind gut, unter anderem wegen der internationalen Ausrichtung der Messe Frankfurt und durch die Ausrichtung auf das Thema Nachhaltigkeit.“

Vernichtend hingegen fällt das Urteil der Linken im Römer aus: „Die Frankfurter Fashion Week wird zum Millionengrab“, sagte Fraktionsvorsitzender Michael Müller: „Vollmundig als neue Fashion-Hauptstadt gestartet, wird Frankfurt als Messestandort vorgeführt.“ Die Premium Group habe von Stadt und Land mehrere Millionen als Unterstützung genommen. „Frankfurt hat davon kein bisschen profitiert, sich aber mal wieder gehörig blamiert“, sagte Müller.

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