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Joggen geht auch in Corona-Zeiten. Nur der Abstand muss stimmen.
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Joggen geht auch in Corona-Zeiten. Nur der Abstand muss stimmen.

Rückgang

Sportvereine in Frankfurt verlieren 9000 Mitglieder

  • Timur Tinç
    vonTimur Tinç
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Sportkreis und Sportdezernent Markus Frank machen fehlende Angebote in der Corona-Zeit für Rückgang verantwortlich. Nur Tennisvereine bekommen Zuwachs.

In der Fabriksporthalle in der Wächtersbacher Straße in Fechenheim wird trainiert. In kleinsten Gruppen dürfen Nachwuchsleistungssportler:innen ihre Basketballeinheiten absolvieren. Für alle anderen gilt: Die große Halle darf maximal nur von zwei Personen benutzt werden. Die fehlenden Sportangebote wirken sich auch auf die Mitgliederzahlen in den Vereinen aus. „In Frankfurt haben wir einen Mitgliederverlust von fünf Prozent“, sagte Roland Frischkorn, der Vorsitzende des Sportkreis Frankfurt, am Donnerstag.

Während in den vergangenen zehn Jahren die Stadt von einer Rekordzahl zur nächsten gejagt ist, wurde der Aufwärtstrend durch die Coronavirus-Pandemie jäh gestoppt. „Nach den vorläufigen Daten des Landessportbundes Hessen bedeutet das fast 9000 Mitglieder weniger“, berichtet Frischkorn. Im hessenweiten Durchschnitt sind es rund 3,5 Prozent weniger Mitglieder. Vor allem größere Vereine mit mehr als 1000 Mitgliedern litten darunter. So habe die FTG Frankfurt rund 20 Prozent verloren, der FSV Frankfurt 18 Prozent, die TG Bornheim 11,3 Prozent und der SV Bonames 9,7 Prozent. „Erschreckend ist der Verlust vor allem in der Altersklasse bis 14 Jahren, vor allem bei Mädchen“, sagte Frischkorn.

Sportkreis und grüne für halle am kaiserlei

Der Sportkreis Frankfurt hat sich für eine Multifunktionsarena für Sport und Kultur am Kaiserlei ausgesprochen. „Das Konzept bringt Umwelt, Sport und Nachhaltigkeit hervorragend zusammen“, sagt der Vorsitzende Roland Frischkorn. Basketball-Bundesligist Skyliners habe man im Jahr 1999 mit dem Versprechen gelockt, eine neue Halle zu bauen. „Die haben wir bis heute nicht“, sagte Frischkorn. Zudem stand der Bau einer Halle in zwei Koalitionsverträgen. Damit widersprach der Stadtverordnete der Sozialdemokraten seiner eigenen Partei. Im Koalitionsausschuss am Dienstag hatte die SPD eine Halle am Kaiserlei genauso abgelehnt, wie die Europäische Schule an den Mainwasen zu bauen.

Dazu teilten die Grünen am Donnerstag mit: „Der unerwartete Rückzieher der mitverantwortlichen Planungs-und Bildungsdezernent:innen der SPD schadet nicht nur dem Projekt, sondern dem Ansehen der Stadt.“ Dass sich die Fraktionsvorsitzende Ursula Busch hinter der Floskel „Gründlichkeit vor Schnelligkeit“ verstecke, obwohl das Thema seit mehr als einem Jahr auf der Tagesordnung stehe, „ist ein schwer erträgliches, durchschaubares Trauerspiel.“ Auch das Abtauchen von OB Peter Feldmann kritisierten die Grünen und sprachen sich für die Mainwasen als Standort für die Schule aus „wenn es eine positiven Bilanz für Klima und Ökologie vor Ort“ gibt. Gleichzeitig sei der Standort Kaiserlei für die Multifunktionsarena geeignet.

Sportdezernent Markus Frank (CDU) hat den betroffenen Sportverein, ein neues Sportgelände an der Offenbacher Landstraße in Aussicht gestellt. „Wir können da auch fast alle Wünsche erfüllen“, sagte Frank. Zudem habe die Europäische Zentralbank, deren Mitarbeiter:innenkinder in die Europäische Schule gehen, für den Neubau der Sportanlage ihre finanzielle Unterstützung zugesagt. Zudem würde die Halle, die an der Schule entstünde, auch den Vereinen offen stehen. tim

Einen Zuwachs erlebten hingegen die TuS Makkabi mit zwölf Prozent und die Tennisvereine. Eine der wenigen Sportarten, die weiterhin im Verein unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln ausgeübt werden dürfen. „Der Breitensport braucht eine Perspektive“, forderte Frischkorn. Sport sei mehr als nur der Wettkampfbetrieb. „Die Vereine verlieren die Geduld.“

Für die Profisportler:innen hat die Stadt die Sportanlage an der Hahnstraße in Niederrad und die Mehrzweckhalle in Kalbach geöffnet. Zudem steht das Rebstockbad für die Schwimmvereine zur Verfügung. Außerdem sind die städtischen Sportanlagen für alle in Goldstein, in der Babenhäuser Landstraße in Sachsenhausen und der Sportpark Preungesheim geöffnet. „Wir versuchen, so viel Sport wie möglich anzubieten“, sagt Sportdezernent Markus Frank (CDU).

Wegen finanziellen Nöten aufgrund der Corona-Krise hätte sich aber kein Sportverein an die Stadt gewandt. „Die Vereine haben da die Möglichkeiten des Landes genutzt“, sagte Frischkorn. Vor allem für hauptamtliche Beschäftigte. Der Sportkreis, der jährlich 400 000 Euro von der Stadt erhält, habe gut gewirtschaftet, so Frischkorn.

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