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Die Frankfurt Skyliners sehnen sich nach einer modernen Spielstätte. Auf dem Foto Jahenns Maigat (Giessen 46ers, li.) gegen A. J. English (Skyliners).

Multifunktionshalle Kaiserlei

Was Sportler erwarten

Die Frankfurt Skyliners und die Löwen Frankfurt sehnen sich nach einer modernen Spielstätte am Kaiserlei. Die Sportler sind daher im Hintergrund sehr rührig und organisieren Gespräche zwischen Frankfurt und Offenbach.

Gunnar Wöbke hat eine Vision: Die Frankfurt Skyliners zu einer europäischen Topmarke im Basketball aufzubauen. Dafür hat der geschäftsführende Gesellschafter in den vergangenen Jahren viel Geld in die Infrastruktur des Klubs investiert, die in der Bundesliga respektiert und für viele junge Top-Talente ein gewichtiger Grund ist, nach Frankfurt zu kommen. Was den Skyliners fehlt, um ein Spitzenteam zu sein, sind mehr Einnahmen.

Seit Jahren stagnieren die Hessen bei einem Etat zwischen drei und 3,5 Millionen Euro und liegen damit im Mittelfeld der Bundesliga. Mit dem Spieleretat sogar nur im unteren Drittel. Wie in allen Sportarten hinter dem Fußball kommen die Einnahmen zum allergrößten Teil aus dem Sponsoring und dem Ticketverkauf. Die Wachstumsmöglichkeiten sind jedoch arg begrenzt, weshalb Wöbke schon seit Jahren eine neue Halle fordert. Die 1988 errichtete Ballsporthalle mit einem Fassungsvermögen von 5000 Plätzen genügt nicht mehr den Ansprüchen. Es gibt keine VIP-Plätze oder Logen und die Werbemöglichkeiten in der Halle sind ausgereizt.

Dass sich die CDU-Fraktionen Frankfurts und Offenbachs nun in einer gemeinsamen Erklärung für den Bau einer Multifunktionshalle am Kaiserlei für bis zu 14 000 Zuschauer geeinigt haben, hat Wöbke mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen. „Das ist der richtige Weg in der kommunalen Zusammenarbeit“, findet Wöbke. Auch Stefan Krämer, der Geschäftsführer der Löwen Frankfurt sieht darin eine „extrem erfolgreiche Entwicklung“ im Hinblick auf den vergangenen Sommer, als die Offenbacher Koalition einen Bau noch kategorisch abgelehnt hatte. Allerdings, so Krämer, „ist das nur eine Momentaufnahme, und es ist noch viel zu tun.“

Der Traum vom Aufstieg

Wie Wöbke fordert auch Krämer seit Jahren eine neue Spielstätte für den Eishockey-Zweitligisten, der in der 1981 errichteten Eissporthalle dem Puck hinterherjagt. Zwar ist der Zuschauerzuspruch gut, doch die 36 Jahre alte Halle hat ihre Nachteile. Von den 6990 Plätzen sind 3200 Stehplätze, der VIP-Bereich ist außerhalb der Halle „und ist für uns mit hohen Kosten verbunden“, sagt Krämer. Die Löwen haben keine Cateringrechte, sodass jede Wurst und jedes Bier, keinen einzigen Cent in die Kasse des Klubs spült. Und die Plattformen, auf denen Kameras für Übertragungen aufgestellt werden, sind ebenfalls nicht profisporttauglich.

Krämer und Wöbke sind deshalb seit Jahren im Hintergrund sehr rührig, organisieren Gespräche zwischen den beiden Städten, haben die Kampagne „Gemeinsam unter einem Dach“ gestartet. Alles für das Ziel, ihre Klubs nach vorne zu bringen. Die Löwen wollen spätestens in der kommenden Saison in die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) aufsteigen, dafür brauchen sie eine Bürgschaft von 816 000 Euro. „Viele Sponsoren sagen mir: Kommt wieder, wenn ihr in der DEL spielt“, erzählt Krämer. Ohne moderne Halle wird das genauso wenig möglich sein, wie für die Skyliners ein europäisches Spitzenteam zu werden. (FR)

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