Sachsenhausen

Sporthalle Süd in Sachsenhausen: noch bis Sommer ohne Dusche

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Ein paar Mängel will die Stadt an der Halle beseitigen. Handballtrainer Peter Tandetzky setzt sich schon seit Jahrzehnten für eine komplette Sanierung ein.

Nach einem anstrengenden Match würden die Spieler eigentlich gerne duschen. Doch das können die Handballer der TG Sachsenhausen 04 schon seit mehr als einem Jahr nicht. Seit September 2018 sind die Duschen in der Sporthalle Süd auf dem Gelände der Willemerschule am Lokalbahnhof nicht zu nutzen. Die Leitungen sind alt, es wurden Legionellen festgestellt.

Eigentlich hatte die Stadt zugesagt, die Duschen und einiges andere in den Sommerferien zu sanieren. Doch das ist nicht passiert, berichtet Handballtrainer Peter Tandetzky. „Wie soll man da andere Vereine zum Trainingsspielen einladen?“ Die TG trainiert in der Halle 13 Mannschaften – Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Aber auch Hockey-, Fußballspieler und Turner nutzen die Halle. Tandetzky befürchtet, dass der Handball-Verband bald untersagt, weiter Spiele auszutragen, da der Verein gewisse Vorgaben nicht erfüllen kann.

Unterstützung bekommen die Sportler von der „Fraktion“ im Römer. Die hat die Stadt aufgefordert, so schnell wie möglich provisorische Duschen einzurichten. „Das Fehlen der Duschmöglichkeiten wirft ein schlechtes Licht auf die Sportstadt Frankfurt“, heißt es im entsprechenden Antrag.

Der Ortsbeirat 5 fordert die Stadt ebenfalls auf, die Sporthalle einer Gesamtsanierung zu unterziehen. Sie befinde sich seit Jahren in einem katastrophalen Zustand. Ortsvorsteher Christian Becker (CDU) habe zudem ein Rundschreiben an die Vereine in Sachsenhausen verschickt, in dem Gespräche wegen der vorliegenden Probleme angeboten werden, sagt Tandetzky.

Im Sommer 2020 sollen die Duschen wieder zu nutzen sein, sagt Günther Murr, Sprecher vom Amt für Bau und Immobilien (ABI). Man habe eine provisorische Lösung geprüft, etwa Container neben die Halle zu stellen. Doch müsste man dafür auf die gleichen Leitungen zurückgreifen. Und neue zu verlegen, dauere genauso lange. Das ganze Leitungssystem muss saniert werden.

Nicht nur die Duschen sind in der Sporthalle defekt. Die Mängelliste ist lang. Man habe schon einiges gemacht, sagt Murr: die Beleuchtung im Treppenhaus und den Umkleiden erneuert, zwei Gymnastikräume hergerichtet, und zwei ehemalige Werkstatträume renoviert, sie können nun als Lager genutzt werden. In den Herbstferien sollen die Umkleiden neu gestrichen werden.

Es gebe aber auch noch einige Sachen, die nicht erfüllt worden seien, sagt Tandetzky. Wenigstens steht der TG wieder ein Raum zur Verfügung. Denn der Verein benötige die Möglichkeit, Kühlschrank und Backofen unterzustellen. Bei Spielen bieten die Sportler Würstchen, Kaffee und Kuchen an. Damit finanziert die Abteilung einige Ausgaben, bezahlt etwa die Schiedsrichter.

Zudem muss der Club Sportgeräte lagern. Der 63-Jährige transportierte jedes Wochenende die ganzen Sachen in die Halle und wieder zurück zu ihm nach Hause. „Mein Kombi ist bis unters Dach vollgeladen.“ Probleme wie diese erschwerten die Vereinsarbeit, sagt Tandetzky.

Tandetzky hat sich oft wie ein „Hamster im Laufrad“ gefühlt. Er versucht seit Jahrzehnten für die Sporthalle Süd verschiedene Verbesserungen zu erreichen. Doch er wurde nur von einem Amt zum anderen weitergeleitet. Und immer mal wieder seien Kleinigkeiten gemacht worden, aber es dauere sehr lange. Das sei frustrierend. Erst wenn es gar nicht mehr anders gehe, werde reagiert. „Ein Unding.“

„Wir fühlen uns als Störfaktor und nicht als akzeptierter Partner mit ehrenamtlichen Arbeit einer sehr sinnvollen Kinder- und Jugendbetreuung“, sagt der Trainer. Von Seiten der Schule und den Ämtern, der Stadt komme wenig Hilfe. Das Ehrenamt werde hoch bejubelt, aber im Tagesgeschehen in Frage gestellt.

Tandetzky freut sich, dass wenigstens die meisten Trainer noch die Treue halten, aber der Verein habe auch schon welche verloren. Das liegt vor allem an fehlenden Parkplätzen. Denn für Trainer, die von außerhalb kommen, sei das ein großes Problem. „Und wir sind mit den Sporttaschen und Bällen aufs Auto angewiesen.“ Ganz abgesehen von den Kindern, die die Trainer ab und an heimfahren.

Die Hockeymannschaften hätten überlegt, in eine andere Halle zu wechseln, sagt Tandetzky. Das sei aber auch keine Option, schließlich kommen gerade die Kinder aus der Umgebung und die anderen Hallen in Frankfurt sind belegt. „Sachsenhäuser Sportler wollen halt in Sachsenhausen trainieren und spielen.“

Aufgeben will Tandetzky trotz allem nicht. „Unser Sport macht mir zu viel Spaß.“ Das Training mit den Kindern gebe den Trainern eine Menge an positiver Erfahrung zurück. Der Zuspruch der Eltern und der Kinder, die gerne mehr trainieren würden, ist teilweise überwältigend.“

Generell sollte nicht vergessen werden, dass Handball an der Basis ein sich selbst organisierendes und finanzierendes Sportgeschehen sei, so Tandetzky. Auseinandersetzungen um die optimale Gestaltung der Trainingsstätten sprengen jeglichen Rahmen einer neben der Berufstätigkeit anfallenden ehrenamtlichen Vereinstätigkeit.

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