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Sport in Corona-Zeiten: Verlängerter Spielbetrieb

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Von: Timur Tinç

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Ganz zu Beginn von Corona mussten vor jedem Training die Bälle desinfiziert werden.
Ganz zu Beginn von Corona mussten vor jedem Training die Bälle desinfiziert werden. © Renate Hoyer

Omikron beschäfigt den Amateursport. So gehen Handball, Basketball, Eishockey, Hockey und Volleyball mit Corona um

Während der Fußballspielbetrieb noch in der Winterpause ist, läuft er bei den Hallensportarten gerade auf Hochtouren. Durch die aktuell hohen Infektionszahlen müssen im Handball, Eishockey, Volleyball, Basketball und Hockey jedoch einige Spiele abgesagt werden. Die FR erklärt, welche Regeln in Hessen gelten und wie die einzelnen Verbände damit umgehen.

Welche Regeln gelten für Sport im Land Hessen?

Der Freizeit- und Amateursport ist in Hessen auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen weiter vollumfänglich erlaubt. Es gelten die Corona-Schutzverordnungen des Landes, die Abstimmungen des Sportministeriums mit dem Landessportbund und es müssen sportartspezifische Hygienekonzepte vorliegen. „Die Verbände haben für die Vereine Portale geschaffen, auf die diese ihre Hygienekonzepte hochladen können, so dass die Gegner und Schiedsrichter immer Zugriff auf die aktuelle Fassung haben“, teilt der Hessische Eishockeyverband mit. Für Sport in gedeckten Sportstätten gilt im Gegensatz zu Sport im Freien grundsätzlich die 2G-Regel, also geimpft oder von einer Infektion genesen.

Wie ist das bei den hohen Sieben-Tages-Inzidenzen?

Durch die Hotspotregelung bei einer Inzidenz von über 350, die in ganz Hessen überschritten ist, gilt für Sport im Inneren zusätzlich eine Testpflicht. Eine Boosterimpfung befreit von dem verpflichtenden zusätzlichen Testnachweis. Für Sport im Freien gilt auch in Hotspots die 2G-Regel – außer für Kinder unter 18 und für aus medizinischen Gründen nicht impfbare Personen.

Wie gehen die einzelnen Verbände mit Spielabsagen um?

Alle Verbände halten am Spielbetrieb fest. „Spiele können sehr einfach und ohne Strafen verschoben werden. Um mehr Zeit für die Durchführung aller Spiele zu gewinnen, haben wir die Saison vom 27. März bis zum 25. Mai verlängert“, teilt der Hessische Basketballverband (HBV) mit. Der Volleyballverband hat kürzlich beschlossen, vereinfachte Spielverlegungen wegen eines positiven Tests zu ermöglichen, und die Saison verlängert. „Das ermöglicht es nicht nur Mannschaften, die durch Ausfälle in ihren Teams benachteiligt sind, sondern auch Mannschaften, die während der aktuellen Inzidenzen das Infektionsrisiko für sich zu hoch bewerten, angesetzte Spiele zu verlegen“, so der Verband. Dem Handballverband reicht das schriftlich vorliegende Ergebnis eines Schnelltests, nachdem Bund und Länder beschlossen haben, dass PCR-Tests nur noch für priorisierte Gruppen zur Verfügung stehen. Nachholspiele sind beim Handball bis zum 30. Juni möglich, beim Volleyball bis zum 1. Mai. Bei Einverständnis aller Mannschaften können beim Volleyball auch Turniere neu terminiert werden. Beim Hockey ist das Saisonende der 30. März. Die Spiele sind bis Ende Februar angesetzt, „der März kann für Nachholspiele genutzt werden“, heißt es seitens des Hockeyverbands. Die Jugendaltersklassen spielen in Turnierform, daher ist eine Neuansetzung nicht möglich. Hier werden die Spiele gewertet. Beim Volleyball können aufgrund des eng getakteten Zeitplans (Hessenmeisterschaft, Regionalmeisterschaft, Deutsche Meisterschaft) Spielverschiebungen nicht ermöglicht werden. Im Eishockey sind an diesem Wochenende erstmals Spiele im Seniorenbereich ausgefallen. Ein Nachweis bei Absagen muss nicht erbracht werden.

Wie gehen die Vereine damit um?

Die Hallennutzungsregeln der Vereine sähen zum Teil strengere Regeln vor, als die Landesregierung fordere, berichtet der Hockeyverband. „Es wird sowohl vor dem Training wie auch vor den Spielen getestet. Bei den Erwachsenen wenden wir 2G-plus für alle Teilnehmer:innen – auch U18 und geboostert – an.“ Im Jugendbereich gilt das Testheft der Schulen als Nachweis. Je jünger die Kinder seien, desto vorsichtiger seien die Verantwortlichen in den Vereinen und die Eltern. Das Training findet zum Teil in Außensportanlagen statt oder zum Teil auch gar nicht. Beim Volleyball folgen viele Vereine der HVV-Empfehlung des Zuschauerverzichts und der zusätzlichen Testung an Spieltagen, selbst bei geimpften Personen. Die Verunsicherung durch Corona sei spürbar, heißt es vom Basketballverband. „Aber wir tun alles, um insbesondere die Trainingsmöglichkeiten für die Jugendlichen zu gewährleisten.“

Dürfen Zuschauerinnen und Zuschauer dabei sein?

Zuschauer:innen sind in gedeckten Sportanlagen bis zu einer Obergrenze von maximal 250 beim Trainings- und Wettkampfbetrieb zulässig. Im Freien sind bis zu 1000 Zuschauer:innen erlaubt. Bei sämtlichen Veranstaltungen, die in geschlossenen Räumen stattfinden, besteht die Pflicht, eine medizinische Maske zu tragen. Wie auch der Volleyballverband empfiehlt der Basketballverband „grundsätzlich auf Zuschauende zu verzichten“.

Welche Folgen hat die Pandemie für die Mitgliederzahlen?

Im Handball gibt es kaum Verluste, aber dafür keine neuen Mitglieder im Jugendbereich. Im Eishockey gibt es einen regen Zulauf bei der Jugend. Der Hockeyverband kann noch nicht abschätzen, wie sich die Zahlen entwickelt haben. Der Volleyball hat 2020 rund 1,5 Prozent an Mitgliedern verloren. Seit Sommer haben die Vereine, gerade in den Städten, wieder größeren Zulauf. Der Basketballverband hat aktuell mehr Spielerpässe als vor der Corona-Pandemie.

Zusammengestellt von Timur Tinç

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