Kinderbetreuung Frankfurt

Kinderbetreuung im Gallus hört auf

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Träger bedauert Aufgabe des Angebots.

Mütter und Väter, die eine Umschulung oder Nachqualifizierung machen, ohne einen festen Betreuungsplatz für ihre Kinder zu haben, oder die Ferien-Schließzeiten der Kita überbrücken müssen, konnten bislang auf die „World Kids“ im Mehrgenerationenhaus im Gallus zählen. Seit 17 Jahren bot die Spontankinderbetreuung des Berufsbildungsträgers GFFB Familien die Möglichkeit, ihre Kinder im Alter von zwei bis zwölf Jahren nach 24-stündiger Voranmeldung von Fachkräften betreuen zu lassen.

Damit ist jetzt Schluss. „Wir haben uns entschlossen, die Spontankinderbetreuung nach den Sommerferien zu schließen“, bedauert GFFB-Geschäftsführerin Barbara Wagner. Grund dafür sei, dass die Stadt die Finanzierung einstelle. Bislang hatte die Frap-Agentur, die für die Stadt das Frankfurter Arbeitsmarktprogramm organisiert, den „World Kids“ ein Jahresbudget von 180 000 Euro gestellt. Auf diese Weise konnten zwei pädagogische Fachkräfte, eine anteilige Leitungsstelle, Räume und Ausstattung für 15 Betreuungsplätze finanziert werden.

„Das ist ein wichtiges und einmaliges Angebot in Frankfurt“, sagt Wagner. Gerade für Alleinerziehende oder für Geflüchtete, die sich noch schwer täten, ihre Kinder dauerhaft in Krabbelstube oder Kindergarten zu geben, sei es hilfreich gewesen, eine tageweise Betreuung für die Zeit der berufsbildenden Qualifizierung zu haben.

Laut Conrad Skerutsch, Geschäftsführer der Frap-Agentur, gab es „vor 17 Jahren tatsächlich ein großes Problem“, wenn Teilnehmende keine feste Kinderbetreuung hatten. Mittlerweile gebe es aber einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz, betont Skerutsch. Schon vor rund zwei Jahren habe die Frap-Agentur der GFFB daher mitgeteilt, die Finanzierung einzustellen.

Es sei wichtig, die Kinder ins Regelsystem zu integrieren. „Das ist das nachhaltigere Prinzip, das alte Modell ist überholt. Denn es ist ja nicht hilfreich, wenn die Betreuung nur an die Dauer der Maßnahme geknüpft ist“, sagt Skerutsch. In Absprache mit Bildungsdezernat und Stadtschulamt habe man Beschäftigte der Bildungsträger dahingehend geschult, dass sie Teilnehmenden der Berufsbildungsprogramme den Weg ins Kita-Regelsystem weisen. Schließzeiten während der Ferien wiederum beträfen alle Familien – „das ist nicht unsere Baustelle als Arbeitsmarktförderung“, sagt Skerutsch.

Barbara Wagner hofft indes noch auf eine dezernatsübergreifende Lösung. „Wir wollten für die Menschen immer die Notlösung sein, wenn die Regelbetreuung mal ausfällt.“

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