+
Astrid Greiffenhagen mit Buster an einem leeren Tütenspender am Ostpark.

Hunde in Frankfurt

Sponsor für Kotbeutel

  • schließen

Eine Hundehalterin setzt sich dafür ein, dass die Stadt Frankfurt wieder Beutel zum Aufsammeln von Hundekot zur Verfügung stellt. Sie findet nicht nur einen Anbieter, der die Tüten billiger verkauft, sondern auch zwei Sponsoren.

Wenn Astrid Greiffenhagen durch die Parks und Grünanlagen zieht, hat sie immer einige Tüten dabei. Tüten für den Kot ihres Hundes Buster, einer kleinen Promenadenmischung. Dabei war das bis vor kurzem gar nicht nötig. An 153 Spendern konnten Frauchen und Herrchen stadtweit kleine Beutel ziehen. Doch damit ist seit kurzem Schluss. Die Vorräte des Grünflächenamt sind aufgebraucht. Und neue werden keine bestellt. Bereits vor drei Jahren hat die Behörde aus Kostengründen das Projekt eingestellt. Wenigstens 20.000 Euro für den Kauf von einer Million Beutel im Jahr will das Amt dadurch einsparen.

Greiffenhagen, die im Ostend lebt, will es damit nicht auf sich beruhen lassen. Kurzerhand suchte sie über das Internet einen Anbieter, der eine Million Tüten für nur rund 7500 Euro verkauft – inklusive Werbung. Zusätzlich habe sie „mit zwei Anrufen“ einen Sponsor aus dem Frankfurter Osten ausfindig gemacht, der die Rechnung begleicht, wenn er dafür einen Hinweis auf sein Tiernahrungs-Unternehmen auf die Beutel drucken kann.

Das Grünflächenamt lobt das Engagement Greiffenhagens, möchte den Vorschlag aber vorerst nicht aufgreifen. Dafür müsse die Firma Ströer Media eingebunden werden, die in Frankfurt für die Außenwerbung zuständig ist, sagt Mitarbeiter Bernd Roser auf Anfrage. „Dabei könnten auch Lizenzgebühren anfallen.“ Da derzeit im Römer diskutiert werde, ob seine Behörde nicht doch wieder Geld für die Tüten erhält, wolle sie die politische Diskussion abwarten, sagt Roser: „Wir rechnen im Januar mit einer Antwort.“

Ströer hat keine Einwände

Werbevermarkter Ströer indes hat auf FR-Anfrage keine Einwände gegen Astrid Greiffenhagens Vorschlag, „da spricht nichts dagegen“, sagt Sprecher Marc Sausen. Auch wolle sein Unternehmen weder Lizenz- noch eine Abstandsgebühr erheben, so eine Firma die Kosten für die Tüten übernehme und diese mit Werbung versehe. Bislang sei die Stadt mit der Idee aber noch nicht an Ströer herangetreten.

Nach Ansicht der Ostendlerin sind die Tüten wichtig. „Frankfurt ist eine Weltstadt, das gehört einfach dazu.“ Dabei zähle sie selbst nicht zu den Hundebesitzern, die finden, dass die Stadt die Tüten kostenlos zur Verfügung stellen muss. „Das ist jedermanns eigene Sache“, sagt Greiffenhagen. Es sei aber einfach so, dass ohne die Beutelspender viele den Kot ihrer Tiere liegen ließen. Schon jetzt bemerke sie, dass in den Grünanlagen viel mehr Häufchen lägen. „Da will doch keiner reintreten – das ist eklig.“ Momentan helfen sich viele Hundehalter gegenseitig aus. „Wir tauschen Tüten oder bestellen für andere mit.“

Eigentlich habe sie gehofft, dass die Ortsbeiräte die Kosten für die Tütenspender übernehmen, sagt Greiffenhagen. Doch bislang haben sich nur vier der 16 Stadtteilgremien dafür ausgesprochen, Geld aus ihrem Etat für den Ankauf zur Verfügung zu stellen, sagt Roser. Dazu gehört der Ortsbeirat 2 (Bockenheim, Kuhwald, Westend), der 5er (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen), der 8er (Heddernheim, Niederursel, Nordweststadt) und der Nieder-Erlenbacher Ortsbeirat 13. „In manchen Ortsbezirken steht aber auch gar kein Tütenspender.“

Nur die Hälfte der Ausgabestellen musste das Grünflächenamt bislang bestücken, sagt Roser. Den Rest haben ehrenamtliche Paten übernommen, denen die Behörde die Tüten kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Ob diese auch künftig bereit stehen, wenn die Spender wieder reaktiviert werden, sei derzeit offen. Astrid Greiffenhagen jedenfalls würde sofort eine Patenschaft übernehmen, kündigt sie an. „Hunde sind etwas Tolles.“ Nur sei Frankfurt leider „keine hundefreundliche Stadt. Wir haben einfach keine Lobby.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare