Wirtschaft

Spitzenmieten für Büros steigen erneut

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
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Büroflächen in Frankfurt sind so teuer wie nie, zeitgleich nimmt der Leerstand in der Stadt weiter zu. Vor allem die Große Gallusstraße ist sehr begehrt.

Die Spitzenmieten für Büroflächen in Frankfurt haben im dritten Quartal einen neuen Höchststand erreicht. Laut dem Immobiliendienstleister Savills wurden 48 Euro pro Quadratmeter gezahlt und damit 6,7 Prozent mehr als noch im zweiten Quartal.

Verantwortlich dafür ist laut dem Maklerhaus JLL vor allem eine großflächige Anmietung der Deka Bank in der Großen Gallusstraße. Das Unternehmen mietet in dem Prestigeobjekt „Four“ gleich 16 000 Quadratmeter. Ohnehin sei der Bereich Große Gallusstraße/Neue Mainzer Straße/Junghofstraße bei Investoren und Unternehmen sehr begehrt und könnte dem Gebiet um den Opernplatz den Rang als „the place to be“ ablaufen, urteilen die Analysten von JLL. Immerhin hatten sich zuvor schon Nutzer wie Baker McKenzie (2017), Allen & Overy (2019) und Freshfields (Frühjahr 2020) Büroflächen in dem Viertel gesichert und das, obwohl das Objekt erst 2024 komplett fertiggestellt werden soll. Dies sei „außergewöhnlich“ hieß es bei JLL. Von der großflächigen Anmietung abgesehen blieben die Durchschnittsmieten stabil bei 20,50 Euro pro Quadratmeter.

Geringste Nachfrage seit 1993

Tendenziell steigen Savills zufolge aber die qualitativen Ansprüche an Flächen und Lagen. Dies hat zur Folge, dass für Flächen in der Innenstadt und im Bankenviertel immer mehr bezahlt wird, in den übrigen Lagen aber der Leerstand weiter zunimmt. So waren von Januar bis Oktober mehr als ein Drittel der Flächen im Bankenviertel und der Innenstadt vermietet worden. In den vergangenen fünf Jahren hatte der Anteil durchschnittlich nur bei einem Viertel gelegen. Die Leerstandsrate lag im dritten Quartal bei 6,7 Prozent und damit laut Savills doppelt so hoch wie der Durchschnitt in den Top-7-Städten. Die Experten gehen davon aus, dass der Leerstand an Büroflächen in Frankfurt weiter zunehmen und Anfang 2021 erstmals die Quote von sieben Prozent übersteigen wird.

Ein Grund für die Entwicklung sei, dass Unternehmen und Investoren aufgrund der Pandemie und der wirtschaftlichen Entwicklung sehr genau überlegten, wie viel Fläche sie künftig noch brauchen. Die Experten von JLL sehen einen Trend zur Reduzierung der Flächen. Da die Unternehmen noch am Anfang der Entscheidung stünden, wie ihre Arbeitswelten zukünftig aussehen sollen, gab es seit Beginn der Pandemie auch eine große Zurückhaltung bei der Anmietung von Flächen. Die neu vermieteten 211 000 Quadratmeter in den ersten neun Monaten des Jahres bedeuten laut JLL den niedrigsten Dreivierteljahresumsatz seit 1993. Investoren prüften Objekte, Lagen und Mieten in der Krise zudem noch intensiver als bislang.

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