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Spitzenkandidatin der Grünen: „Der Aufwand im Römer wurde mir erst nach der Wahl klar“

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Von: Georg Leppert

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Martina Feldmayer und Bastian Bergerhoff waren bei der Wahl das Duo an der Spitze der Grünen. Nun scheiden sie beide als Stadtverordnete aus. Bergerhoff wird Kämmerer, Feldmayer konzentriert sich auf die Arbeit im Landtag.
Martina Feldmayer und Bastian Bergerhoff waren bei der Wahl das Duo an der Spitze der Grünen. Nun scheiden sie beide als Stadtverordnete aus. Bergerhoff wird Kämmerer, Feldmayer konzentriert sich auf die Arbeit im Landtag. © Monika Müller

Martina Feldmayer (Grüne) spricht im FR-Interview über ihren Rückzug aus der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung und Nachrücker mit viel Erfahrung.

Ihre Rückkehr in den Römer endete schnell. Bei der Kommunalwahl im März trat Martina Feldmayer als Spitzenkandidatin der Grünen an. Bereits von 2006 bis 2012 hatte sie der Stadtverordnetenversammlung angehört. Doch nun legt die 56-Jährige ihr Mandat in Frankfurt nieder und konzentriert sich auf ihre Arbeit als Landtagsabgeordnete.

Frau Feldmayer, vor der Kommunalwahl war die SPD – auch in der FR – kritisiert worden, weil sie Planungsdezernent Mike Josef als Spitzenkandidat aufstellte, der gar nicht Stadtverordneter werden wollte. Ging es auch den Grünen darum, mit einem prominenten Namen Stimmen zu holen?

Nein. Ich habe mein Mandat ja auch angenommen. Ich war zudem Teil der Delegation, die für die Grünen den Koalitionsvertrag verhandelt hat. Ich habe geholfen, die Dinge aufs Gleis zu setzen. Jetzt ziehe ich mich zurück, weil ich in den letzten Monaten gemerkt habe, dass die künftig anstehenden Aufgaben und die Zusammenarbeit in einer Koalition mit erstmals vier Parteien 120-prozentigen Einsatz erfordern – wenn man sie richtig machen will. Das lässt meine Arbeit als Landtagsabgeordnete aber nicht zu.

Aber um den Koalitionsvertrag auszuhandeln, hätten Sie nicht ins Stadtparlament gewählt werden müssen. Und auf den Konflikt zwischen Mandat im Landtag und im Römer wurden Sie vor der Wahl oft angesprochen. Da sagten Sie: Es wird schwer, aber die Termine lassen sich schon koordinieren.

Die Termine sind das eine. Das hätte schon irgendwie geklappt. Aber ich will im Römer nicht nur irgendwie arbeiten. Und wie viel Aufwand die Tätigkeit als Stadtverordnete der stärksten Kraft in Frankfurt, eingebunden in eine neue Koalition aus vier Parteien, bedeutet, das wurde mir in der Tat erst in der Zeit nach der Wahl klar.

Oder hat Ihr Rückzug mit der CDU zu tun? In Wiesbaden Koalitionspartner, in Frankfurt erbitterte Gegner, das ist schwierig ...

Ach was. Unter demokratischen Parteien muss man hier streiten und dort koalieren können.

Sechs der 23 gewählten Stadtverordneten der Grünen scheiden jetzt aus. Die meisten gehen in den Magistrat. Sie werden durch Nachrücker:innen ersetzt. Ist das glücklich?

Es ist eine Herausforderung. Aber unsere Fraktionsvorsitzenden Tina Zapf-Rodriguez und Dimitrios Bakakis haben auch die jetzige Fraktion mit vielen neuen Stadtverordneten zusammengeführt. Als Nachrücker:innen kommen auch erfahrene Leute hinzu.

Was nicht unbedingt ein Vorteil sein muss. Die Grünen haben sich bei der Listenaufstellung ja für viele junge Leute entschieden, die politisch teils sehr weit links stehen.

Die bleiben ja auch erhalten. Aber sie bekommen Unterstützung von Leuten wie Uwe Paulsen und Ulrich Baier, die sich im Römer sehr gut auskennen. Grundlage für die Arbeit ist ohnehin der Koalitionsvertrag.

Interview: Georg Leppert

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