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Neuer Vorstand der Linken (von links): stellvertretende Vorsitzende Margarete Wiemer, die Vorsitzenden Martina van Holst und Axel Gerntke, stellvertretender Vorsitztender Luca Hemmerich. Renate Hoyer
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Neuer Vorstand der Linken (von links): stellvertretende Vorsitzende Margarete Wiemer, die Vorsitzenden Martina van Holst und Axel Gerntke, stellvertretender Vorsitztender Luca Hemmerich. Renate Hoyer

Martina van Holst und Axel Gerntke

Spitzenduo der Frankfurter Linken nach Janine Wissler: „Große Fußstapfen sind zu füllen“

  • Sandra Busch
    VonSandra Busch
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Martina van Holst folgt auf Janine Wissler an der Spitze der Frankfurter Linken. Gemeinsam mit Axel Gerntke führt sie die Partei, das Duo spricht im Interview über die Opposition mit der CDU im Römer.

Zehn Jahre lang stand Janine Wissler an der Spitze der Frankfurter Linken. Seit Februar ist sie Bundesvorsitzende, am Wochenende haben die Parteimitglieder ihre Nachfolgerin gewählt. Martina van Holst steht nun dem Kreisverband vor, Axel Gerntke ist bereits seit 2014 Kreisvorsitzender und wurde in seinem Amt bestätigt. Das neue Spitzenduo spricht im Interview über Opposition mit der CDU und über das Zusammenbringen junger und alter Mitglieder.

Frau van Holst, Herr Gerntke, schadet es den Frankfurter Linken, wenn eine so bekannte und prägende Persönlichkeit wie Janine Wissler geht?

Gerntke: Mit ihrem Bekanntheitsgrad unterstützt uns Janine ja in der Bundespolitik. Das hilft Frankfurt auch.

van Holst: Das sind natürlich große Fußstapfen, die muss man erst einmal ausfüllen. Ich glaube aber, man darf sich nicht so sehr an solchen Idolen messen. Man muss die eigenen Ziele verfolgen und sich eigene Maßstäbe setzen.

Die Grünen wollten die Linke nicht in der Koalition haben, nun sitzt sie im Römer in der Opposition. Gemeinsam mit der CDU. Wie sehen Sie da die Rolle der Linken?

van Holst: Es ist wichtig, dass wir in dieser neuen Konstellation unser Profil schärfen. Gerade weil wir eine deutliche Absage bekommen haben. Die Grünen haben sich eben nicht für die fortschrittliche Politik entschieden, sondern sich die FDP-Argumente als Ausrede gesichert, um immer einen Ausweg zu haben. Wir werden die Grünen aber immer wieder bei ihrem Wahlprogramm packen und darauf hinweisen. Und wir werden aus der Opposition versuchen, einen deutlich linken sozial-ökologischen Anstrich in die Politik hineinzutragen. Mit der CDU sehe ich da wenig Überschneidungen, unsere Rollen sind da konträr.

Gerntke: Die Linken sind die Opposition im Römer und wir sind die Opposition in der Gesellschaft. Die CDU ist vielleicht Opposition im Römer, aber sie ist ja keine Oppositionskraft in der Gesellschaft. Sie ist mit dem Kapital fest verbandelt und macht entsprechend Politik. Mit ihr können wir vielleicht gemeinsam die Frage entscheiden, ob wir runde oder eckige Mülleimer aufstellen. Aber nicht übergeordnete Fragen.

Welche übergeordneten Fragen sind für die Linken denn entscheidend?

Gerntke: Es muss mehr sozialen Wohnungsbau geben. Es muss einen Nulltarif im ÖPNV geben, es muss Mobilität für alle möglich sein, nicht nur für Privilegierte.

van Holst: Gleichberechtigung, und Frauen. Gender-Budgeting ist etwa bis heute immer noch nicht durchgesetzt. Und für den Kampf gegen rechts machen wir uns in Frankfurt auch stark.

Die Koalition will die CDU-Dezernentinnen und -Dezernenten abwählen. Wählen die Linken sie mit ab?

Gerntke: Wir hatten schon im Vorfeld, bevor die Koalition überhaupt stand, unsere Bereitschaft erklärt, die CDU-Dezernentinnen und -Dezernenten abzuwählen. Dabei bleiben wir.

Welche Aufgaben wollen Sie als neues Spitzenduo in der Partei angehen?

Gerntke: Der Partei Motivation zu geben, das ist eine wichtige Aufgabe. Die Linke soll auch im Stadtbild präsent sein, wir wollen uns mit Gewerkschaften und Initiativen vernetzen und die Interessen linker Gruppen in die parlamentarische Diskussion tragen.

van Holst: Der Partei stehen organisatorisch neue Aufgaben bevor. Wir haben auf dem Landes-, aber auch auf dem Kreisparteitag gemerkt, dass die jungen Mitglieder sich für neue Politikfelder interessieren und mit den älteren Mitgliedern zusammengebracht werden müssen. Da muss die linke Tradition als einendes Element wieder mehr eine Rolle spielen muss.

In welchen Feldern kommen junge und alte Mitglieder nicht zusammen?

van Holst: Im Moment steht immer im Raum, dass Identitätspolitik und Klassenkampf gegeneinander ausgespielt werden würden. Aber wir müssen das natürlich zusammendenken. Gegen die Diskriminierung von Gruppen anzugehen, muss immer gleichzeitig mit Klassenkampf gedacht werden.

I nterview: Sandra Busch

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