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Bernd Loebe, Intendant der Oper Frankfurt, sitzt im Zuschauerraum seines Hauses am Rande eines Interviews.

Oper Frankfurt

Spielplan gestaltet Opern-Intendant allein

Der Intendant der Oper Frankfurt lässt sich beim Spielplan nicht reinreden. In Zukunft will Loebe ein bisschen häufiger bekannte Stücke zeigen.

Bei der Auswahl des Spielplans hört der Intendant der Oper Frankfurt auf niemanden, vor allem nicht auf seine Frau. „Ich muss da einen Defekt haben, dass ich so eine Lust habe, einsame Entscheidungen zu treffen“, sagte Bernd Loebe der Deutschen Presse-Agentur. Die Spielplangestaltung sei bei ihm „eigentlich ein narzisstischer Vorgang: Ich mach das, was ich selbst gern sehen und hören würde, und hoffe, dass das Publikum mir folgt.“

„Es gibt manchmal die Situation, dass ich zu Hause etwas anhöre, wo meine Frau dann zu mir sagt: Das bringst Du aber doch nicht in der Oper? Das ist für mich dann der Moment, wo ich denke: Jetzt erst recht.“ Für ihn persönlich könnten Opern „nicht unbekannt genug sein“, sagte der 66-Jährige. „Ich bin ein neugieriger Mensch und möchte gerne überprüfen: Gibt es einen Grund, warum ein Werk in Vergessenheit geraten ist, und war dieser Grund richtig oder reiner Zufall?“

Die Oper Frankfurt war 2018 zum dritten Mal, seitdem Loebe Intendant ist, zum „Opernhaus des Jahres“ gewählt worden. Die Kritiker loben vor allem das „klug ausbalancierte Programm“ aus spannenden Neuentdeckungen und Repertoirepflege. In Zukunft will Loebe ein bisschen häufiger bekannte Stücke auf den Spielplan setzen. „Man darf die Leute auch nicht überfordern.“ Außerdem könnten und müssten auch bekannte Stücke „immer neu erarbeitet werden“. (dpa)

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