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Spielend lernen am Computer

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So kann Gewalt-Prävention Spaß machen: „Cool and Safe“ auf ukrainisch.
So kann Gewalt-Prävention Spaß machen: „Cool and Safe“ auf ukrainisch. Rolf Oeser © Rolf Oeser

Interaktives Gewalt-Präventionsprogramm für Grundschulen jetzt auch auf Ukrainisch.

Zehn ukrainische Kinder sitzen vor den PCs eines Computerraumes der Holzhausengrundschule in der Miquelallee. Auf den Bildschirmen läuft ein farbenfrohes Programm mit einem Känguru. Neugierig und aufgeregt sind sie nicht nur wegen dem, was sich auf den Bildschirmen abspielt: Hinter ihnen im Raum steht eine große Ansammlung von Menschen mit Fotoapparaten und Videokameras. Kurz zuvor hat es eine Pressekonferenz mit dem hessischen Kultusminister gegeben.

„Schule muss ein angstfreier Raum sein, denn Kinder sollen mit Freude in die Schule gehen“, erklärt dabei Kultusminister Alexander Lorz am Montagmorgen. Gekommen ist er, weil „Kinder aus der Ukraine die Hälfte aller Quereinsteiger in hessischen Schulen ausmachen“, und weil ein Grundschul-Gewalt-Präventionsprogramm nun auch auf Ukrainisch verfügbar ist. Momentan hat die Grundschule, dessen Schulleiterin Josefa Maria Hybner-Kauß ist, zwei Intensivklassen. Eine davon ist nur mit ukrainischen Kindern besetzt. Intensivklassen sollen den Übergang in Regelklassen erleichtern.

„Cool und Safe“ heißt das interaktive Online-Gewalt-Präventionsprogramm für Kinder von sieben bis zwölf Jahren. Entwickelt wurde es von dem Verein „Schule machen ohne Gewalt“, dessen Vorsitzender der pensionierte Polizeibeamte Erwin Maisch ist. Der Verein kann das Programm - dank Fördergelder der EU, des Landes Hessen und privater Spenden - umsonst anbieten.

Michael Fingerle von der Goethe-Universität begleitet „Cool and Safe“ wissenschaftlich. Er erklärt, dass es sich um ein Programm handele, dass Kinder für das Thema sexualisierte Gewalt sensibilisieren soll. „Solche Programme“, so Fingerle, „gibt es seit Jahrzehnten. Was ,Cool and Safe´ aber auszeichnet, ist, dass durch die interaktiven Videos wesentlich bessere Lernerfolge erzielt werden als bei herkömmlichen Programmen.“

Das Programm ist vollvertont und arbeitet mit Kurzfilmen sowie Bildergeschichten, Fotos, Such- und Zuordnungsspielen. Permanent müssen die Kinder Situationen bewerten und sich für eine von mehreren Handlungsmöglichkeiten entscheiden. Im Endeffekt lasse es sich mit seinen bunten Farben und dem Känguru, das durch die Module führt, mit einem Computerspiel vergleichen. „Wir müssen Kinder bei dem abholen, was sie gerne machen“, erklärt Fingerle.

„Gewaltprävention ist eine sehr zentrale Aufgabe in der Schule“, konstatiert Minister Lorz und bekräftigt, das Programm des Vereins „leistet hierfür einen wertvollen Beitrag und jetzt dankenswerterweise auch in der ukrainischen Sprache“. Er verspricht zudem, sich dafür einzusetzen, dass auch andere Bundesländer das Programm übernehmen. Und Maisch merkt an, der Verein wolle in den nächsten Jahren noch mehr Sprachen hinzufügen.

Kostenfrei abrufbar ist „Cool and Safe“ übrigens im Internet für alle Interessierten unter coolandsafe.eu

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