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Hier wird gehörig was geboten – und zwar für alle Altersklassen.
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Hier wird gehörig was geboten – und zwar für alle Altersklassen.

Frankfurt

Spiel mit der Kunst

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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Der teilnehmende Konzertbesuch bindet das Publikum kräftig ein. Kinder freuen sich über das Angebot für sie.

Die Spiele heißen „Heavy Metal Minigolf“, „Kippenburger“ oder „Immobilien Boule“ und sie sollen das Konzertpublikum zum Mitmachen animieren. Während die Band „Revolte Tanzbein“ am Samstagnachmittag vor der Jahrhunderthalle noch ihre Instrumente stimmt, legen Kuratorin Annette Gloser und die von ihr engagierten Künstlerinnen und Künstler letzte Hand an, um ihre eigenwillig gestalteten Freizeitangebote in die richtige Position zu bringen. „Frankfurter Sport- und Kunstkasino“ nennt sich diese Form des partizipativen Konzertbesuchs.

Der eigentliche Name sei einfach zu lang, sagt Gloser. Deshalb nennt die Kuratorin ihr neues Projekt, das Teil des Open-Air-Programms „ins freie!“ ist und vom hessischen Kunst- und Wissenschaftsministerium unterstützt wird, schon routiniert „FSKK“. Mit der Mischung aus Kunst, Spiel und Bewegung solle so „dem ewigen Zuschauerdasein ein Ende gesetzt werden“, berichtet die 55-Jährige. „Künstler erfinden Sportarten oder gestalten sie um, damit man ein Erlebnis davon mitnimmt“, erklärt Gloser das Konzept. Die Idee sei ursprünglich für den ehemals gesperrten Mainkai vorgesehen gewesen, verrät sie. Spätestens seit Ausbruch der Corona-Pandemie habe aber vielen Menschen die körperliche Betätigung gefehlt.

Sein „Immobilien Boule“ hat der Künstler Phillip Zaiser statt mit Kugeln mit hölzernen Häuschen kreiert. „Es geht darum, mit den großen Holzklötzen möglichst nah an das kleine Häuschen als Filetstück heranzukommen“, sagt der 52-jährige Städel-Absolvent. Beim „Heavy Metal Minigolf“ nebenan müssen mit Eisenkugel und -schläger Hindernisse aus demselben Material überwunden werden. An einem blau gestrichenen Kiosk können Schläger für Tischtennis an einer gebogenen Platte, Minigolf und Croquet geliehen werden. Die „Consume-Bar“ und ein „Multicolor-Konzept“ ergänzen das „Gesamtkunstwerk“, wie es Gloser bezeichnet. So scheinen die Planen an den Bauzäunen, die um das große Areal gezogen sind, in Rosa, Blau, Gelb und Schwarz-Weiß. Auch der Boden ist teilweise farbig gestaltet. Skulpturen aus Schwimmnudeln und Luftmatratzen in Tierform stehen links und rechts der Bühne sowie am Kiosk. Als die ersten Konzertgäste mit Verspätung reingelassen werden, weil der Soundcheck für die fünf auftretenden Bands länger gedauert hat, laufen die meisten an der Wiese mit den Spielmöglichkeiten vorbei Richtung Bühne, vor der coronabedingt Bierbänke auf Abstand stehen. Viele schauen im Vorbeigehen etwas verwundert und neugierig. Eva (33), Jens (44) und Patrick (47) aus Offenbach und Hofheim sagen, sie wollten erst die Band „Liga der ungewöhnlichen Gentlemen“ sehen und im Anschluss die „Spielfläche“ testen.

Eine Familie aus Essen, die für die Band „Talco“ angereist ist, hat sich dagegen schon vier Schläger zu insgesamt zehn Euro geliehen, um „Cross-Croquet“ auszuprobieren. Nach dem ersten Tor, das der Jahrhunderthalle nachempfunden ist, müssen sie ihre Holzkugeln über Hindernisse in Tieroptik befördern. Das bereits gemähte Gras ist noch immer etwas zu hoch für ein reibungsloses Rollen der Kugeln. Vergnügen scheint es dennoch zu bereiten.

Musik im Hintergrund

„Schön, bunt, kreativ“, ist das Urteil der 13-jährigen Marlene. Ihr Bruder Mika, dem als Erstes die farbenfrohen Bauzäune aufgefallen sind, lobt, „dass es hier auch was für Kinder gibt“. Das Croquet finde der Neunjährige „mittel-schwierig“. Mutter Melanie Etzien sagt: „Man hört die Musik im Hintergrund, zum Warm-up ist das total super“. Hätten sie gewusst, was sie erwarte, wären sie früher gekommen, ergänzt Vater Markus Tomitz.

An allen Wochenenden im September, soll das „Frankfurter Sport- und Kunstkasino“ vor und während der Darbietungen an der Jahrhunderthalle geöffnet sein – „wenn es nicht in Strömen regnet“, wie es in der Ankündigung heißt.

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