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Spieglein, Spieglein in der Affenhand

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Von: Thomas Stillbauer

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„Steht mir die Frisur? Sag ehrlich!“
„Steht mir die Frisur? Sag ehrlich!“ © Zoo Frankfurt

Frankfurter Gorillas, Bonobos, Orang-Utans und Gibbons nehmen an einer Verhaltensstudie teil. Es geht um Selbsterkenntnis.

Die Affen werden auch immer eitler. Jetzt laufen sie schon mit Handspiegeln im Zoo herum. Fehlt nur noch, dass sie sich Lippenstift und Mascara ... bitte? Ach. Eine Verhaltensstudie.

Forschende des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie Leipzig wollen herausfinden, ob Affen sich selbst im Spiegel erkennen. In ihre Studie nehmen sie auch die Gorillas, Bonobos, Orang-Utans und Gibbons im Frankfurter Zoo auf. Das soll für beide Seiten Vorteile haben: Unterhaltung für die Tiere, und die Wissenschaft hofft auf neue Erkenntnisse.

Vierzehn Zoos machen mit beim Projekt und haben sich im Forschungsnetzwerk „GrApeNet“ organisiert. Es sei bekannt, dass nicht nur Menschen, sondern auch Tiere Interesse an ihrem Spiegelbild hätten, sagt Studienleiterin Kathrin Kopp. Aber nur wenige Arten, vor allem die großen Menschenaffen, hätten Anzeichen dafür gezeigt, dass sie sich selbst erkennen.

Häufig seien allerdings nur wenige Tiere in die Studien aufgenommen worden, und die Tests hätten sich methodisch unterschieden. Das habe Schlussfolgerungen über Art- oder individuelle Unterschiede erschwert. Kopp: „Daher freuen wir uns sehr, dass sich auch der Zoo Frankfurt als einer unserer Partner im Forschungsnetzwerk ‚GrApeNet‘ an dieser Studie beteiligt.“

Gorillas, Gibbons, Bonobos und Orang-Utans werden also an mehreren Tagen Gelegenheit haben, sich mit einem großen, von außen an eine Scheibe angebrachten Ganzkörperspiegel oder mit mehreren unzerbrechlichen Handspiegeln zu beschäftigen. Was dabei geschieht, wird gefilmt und später ausgewertet.

Der Zoo fügt die Spiegelaktion in eine Reihe von Verhaltensanreicherungen für die Tiere ein. „Unsere Menschenaffen haben zum Beispiel eine Stocherbox, aus der nur durch einige Kniffe Leckereien herausgeangelt werden können“, sagt Petra Pfeil, die stellvertretende Revierleiterin im Borgori-Wald.

Vielleicht schauen sie ja dann im Spiegel nach, ob sie von den Leckereien zugenommen haben.

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