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Vorerst gilt ab heute auch auf der Zeil und anderen Einkaufsstraßen die Maskenpflicht.

Corona

Sperrstunde in Frankfurt erst ab 23 Uhr

  • Steven Micksch
    vonSteven Micksch
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Infolge steigender Infektionszahlen erreicht die Stadt Frankfurt die Corona-Warnstufe 4 und erlässt schärfere Regeln. Die umstrittene Sperrstunde aber wurde nach hinten verlegt.

Die in Frankfurt geplante Sperrstunde für Gastronomiebetriebe wird nun doch erst täglich ab 23 Uhr beginnen und bis 6 Uhr dauern. Darauf haben sich die Verantwortlichen im Corona-Verwaltungsstab der Stadt am Donnerstag geeinigt. „Einheitliche Regeln schaffen Akzeptanz und Vertrauen“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann. „Die Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht, dass es keinen regionalen Flickenteppich aus Corona-Regeln gibt.“ Frankfurt folgt damit Beschlüssen aus Offenbach und Berlin, wo ebenfalls 23 Uhr als Beginn einer Sperrstunde gilt.

Weitere Regeln und Empfehlungen

Für private Feiern in öffentlichen oder angemieteten Räumen gilt eine Beschränkung der Teilnehmerzahl auf 25. Bei Feiern in privaten Räumen wird empfohlen, die Teilnehmerzahl auf zehn zu beschränken.

Allen Religionsgemeinschaften, die bislang keine selbst auferlegten Regeln haben, wird empfohlen, die allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln umzusetzen und für die Einhaltung zu sorgen.

Sollten Personen aus unterschiedlichen Haushalten gemeinsam ein Auto nutzen, wird ebenfalls das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung empfohlen.

Kinnvisiere sind als Alternative zur Mund-Nase-Bedeckung ausgeschlossen. Dies teilt das Hessische Verkehrsministerium mit. Die Verkehrsgesellschaft VGF hat das Tragen von Kinnvisieren in ihren Verkehrsmitteln bereits untersagt.

Am Donnerstagmittag wurde bekannt, dass die Mainmetropole den Schwellenwert von 50 Covid-19-Neuinfektionen pro 100 000 Menschen innerhalb von sieben aufeinanderfolgenden Tagen überschritten hat. Damit gilt die Warnstufe 4 (Rot) des hessischen Eskalationskonzepts. Die sogenannte Inzidenz liegt demnach aktuell bei 59, wie Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) mitteilte. Jeder vierte Corona-Test falle mittlerweile positiv aus. Die Anzahl der dem Gesundheitsamt gemeldeten Neuinfektionen an SARS-CoV-2 habe sich in den letzten zehn Tagen annähernd verdoppelt.

Die Sperrstunde und alle zusätzlich beschlossenen Maßnahmen treten ab dem heutigen Freitag in Kraft und gelten bis einschließlich Sonntag, 18. Oktober. Sie wären auch in Kraft getreten, wenn Frankfurt nicht den Schwellenwert überschritten hätte, teilte die Stadt mit.

Unterdessen haben mehrere Gastwirte Klagen gegen die von der Stadt verhängte Sperrstunde angekündigt. „Es wird Eilanträge geben, dann werden Gerichte das entscheiden“, sagte der Vorsitzende der Initiative Gastronomie Frankfurt, Madjid Djamegari, der Deutschen Presse-Agentur. Eine Sperrstunde um diese Zeit habe keinen Sinn und sei unbegründet.

Der Anstieg der Infektionszahlen gehe nicht auf die Gastronomie zurück. Problematisch seien private oder illegale Partys, gegen die die Stadt bisher nicht ausreichend vorgegangen sei. Die in der Initiative organisierten Gastronomen würden eine Sperrstunde ab Mitternacht akzeptieren, so Djamegari.

Neben den Einschränkungen für Restaurants, Kneipen und Bars gilt ab heute bis mindestens Ende nächster Woche auch ein Alkoholverbot auf bestimmten Plätzen, Anlagen und Straßen. Betroffen sind davon das Mainufer und die großen Parks sowie unter anderem der Friedberger Platz, die Zeil, der Opernplatz, der Liebfrauenberg und Alt-Sachsenhausen. Auch die Plätze und Straßen rund um den Hauptbahnhof zählen dazu (Auflistung auf Seite F5).

Zudem muss ab heute bis mindestens Ende kommender Woche auf einigen Einkaufsstraßen zwischen 8 und 22 Uhr eine Mund-Nase-Bedeckung getragen werden. Dazu zählen unter anderem die Zeil, Berger Straße, Goethestraße und Leipziger Straße.

Der Corona-Verwaltungsstab hat auch eine Lösung für die Veranstaltung „Herbst in der Stadt“ gefunden. Das Hygienekonzept wurde verbessert, die Eröffnung durch den Oberbürgermeister ist am heutigen Freitag um 12 Uhr. Peter Feldmann sagte dazu: „Ich will, dass Eltern ein gutes Gefühl haben, wenn sie mit ihren Kindern über den Markt schlendern oder sie eine Runde auf dem Karussell drehen lassen.“ Deswegen sei es wichtig gewesen, gründlich zu arbeiten und den Beginn lieber um einen Tag zu verschieben, sagte Feldmann.

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