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Spenden sammeln für Krebsprojekte

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Von: Steven Micksch

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Bernhard Läpke ist Vorsitzender des Vereins „Projekt Schmetterling“.
Bernhard Läpke ist Vorsitzender des Vereins „Projekt Schmetterling“. © Projekt Schmetterling

Verein „Projekt Schmetterling“ unterstützt die Psychoonkologie in der Region. So sollen Versorgungslücken geschlossen werden, da Krankenkassen nicht alle Kosten übernehmen.

Krebs – eine solche Diagnose trifft die betroffenen Menschen und ihre Angehörigen meist unvorbereitet und hart. Die seelischen Belastungen sind groß, oftmals kommen im Verlauf der Therapie auch physische dazu. Der Verein „Projekt Schmetterling“ will deshalb Betroffene unterstützen und nach dem Motto „Mit der Diagnose Krebs hin zum Leben“ einen positiven Alltag gestalten.

Bernhard Läpke und Andreas Werner sind beide Gründungsmitglieder und langjährige Vorstandmitglieder im 190 Köpfe starken Verein. „Nach der Diagnose ist es, als ob man in ein schwarzes Loch fällt“, sagt Läpke. Neben einer qualifizierten medizinischen Therapie brauche es dann auch eine psychoonkologische Unterstützung. Seit seiner Gründung hat sich der Verein dafür eingesetzt, die Psychoonkologie mehr in den Vordergrund zu heben. „Denn auch Worte helfen heilen“, so Läpke.

Doch die Angebote müssten nicht nur den Erkrankten, sondern auch den Angehörigen zur Verfügung stehen. Hier gebe es jedoch noch Versorgungslücken, so dass Krankenkassen die Kosten nicht oder nur unvollständig übernähmen, erklärt Werner, der in Mainz einst die Sektion Psychoonkologie in der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie leitete.

Der Verein

Das „Projekt Schmetterling “ wurde 2007 von Menschen mit Krebs und deren Angehörigen in Frankfurt ins Leben gerufen.

Der Verein hat insgesamt 190 Mitglieder, sieben von ihnen bilden den Vorstand. Neue Mitglieder sind gern gesehen.

Alle Infos, Spenden- und Beitrittsmöglichkeiten gibt es unter verein-projekt-schmetterling.de im Internet. mic

„Ich hoffe sehr, dass die Krankenkassen diese Lücke schließen“, sagt Werner im Gespräch mit der FR. Dass die Familie der erkrankten Menschen immer auch selbst unter der Diagnose litten, werde oft vergessen.

Deshalb sammelt der Verein Spenden, um mit dem Geld ambulante und stationäre psychoonkologische Betreuungsprojekte zu finanzieren, die nicht von den Krankenkassen basisfinanziert werden. Dafür habe man schon mit den Universitätskliniken in Frankfurt und Mainz sowie der Krebsberatungsstelle Frankfurt der Hessischen Krebsgesellschaft und den Krebsberatungsstellen am Klinikum Kassel und am Krankenhaus Bad Arolsen kooperiert.

Spenden kommen von Unternehmen oder Vereinen, die etwa Golfturniere veranstalten, deren Erlös an das Projekt Schmetterling geht, oder auch Erlöse aus Lesungen oder dem „Duck Race“ des Lions Clubs. Jüngst gab es ein Charitykonzert der Grooving Doctors im Kloster Eberbach. Die Hälfte der Einnahmen bekamen die Schmetterlinge.

Rund 120 000 Euro kamen vor Corona jährlich zusammen und konnten entsprechend investiert werden. Durch die Pandemie brachen die Spenden aber um rund zwei Drittel ein. „Wir haben zwei Jahre nichts machen können“, berichtet Werner. Umso größer ist nach der langen Zeit nun der Tatendrang der Aktiven. Man wolle auch zukünftig gezielt Lücken im Versorgungssystem bearbeiten und dort Projekte fördern. So müsse neben der Betreuung der Angehörigen auch die Verzahnung der ambulanten Versorgung verbessert werden.

Andreas Werner ist stellvertretender Vorsitzender des Vereins „Projekt Schmetterling“.
Andreas Werner ist stellvertretender Vorsitzender des Vereins „Projekt Schmetterling“. © Projekt Schmetterling

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