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Andrea Heymann und Manfred Fußnecker haben ein Herz für Lastenräder.

Lastenräder in Frankfurt

Spenden für Lastenräder

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Frankfurter haben in drei Stadtteilen eine Crowdfunding-Aktion für kostenfrei ausleihbare Lastenräder gestartet. Sie läuft noch bis zum 31. Oktober.

Der Herbst naht mit großen Schritten. Dann heißt es für Manfred Fußnecker wieder, in seinem Kleingarten an der Friedberger Warte Hecken, Stauden und Bäume zu schneiden und den Grünschnitt zur Entsorgung zu transportieren. In den vergangenen Jahren stellte das den 54-Jährigen durchaus vor Herausforderungen. „Denn vor fünf Jahren haben wir unser Familienauto abgeschafft und uns stattdessen einen Fahrradanhänger zugelegt“, ergänzt seine Frau Andrea Heymann. Sie wollten sich künftig umweltfreundlicher in Frankfurt fortbewegen.

Doch auf die Dauer erwies es sich als sehr mühselig, ständig den Anhänger an- und abzukuppeln. Fußnecker suchte eine bequemere, alltagstauglichere Lösung und fand sie auf der Fahrradmesse „Velo“ in Form eines Lastenrads. „Ich bin mit der Idee auf die Messe, auszuprobieren, ob es für uns eine Alternative wäre“, berichtet der 54-Jährige, der mit seiner Frau und den beiden Kindern im Dornbusch lebt. Manfred Fußnecker war über sein Erlebnis dermaßen begeistert, dass er die Idee hatte, auf der Nachbarschaftsplattform „nebenan.de“ einen Aufruf zu starten, ob fahrradaffine Nachbarn Interesse hätten, gemeinsam ein Lastenrad anzuschaffen. Tatsächlich fanden sich im Dornbusch weitere Mitstreiter: Yannic Alff, Patricia Immler und Martin Tsarev, der allerdings zwischenzeitlich aus Frankfurt weggezogen ist.

„Wir waren alle begeistert von der Idee einer Sharing-Plattform für Lastenräder. Das spart Geld und Ressourcen“, erklärt Diplom-Pädagoge Fußnecker. So kamen sie auf die Idee, eine Crowdfunding-Kampagne für kostenfrei ausleihbare Lastenräder zu starten. Ein Jahr lang bereiten sie ihr Projekt vor, erstellten eine Homepage, recherchierten zur umweltfreundlichen Mobilität, konzipierten einen Flyer, den sie im Dornbusch in Briefkästen verteilten und in Geschäfte auslegten. „Auf vergleichsweise wenig Raum sind wesentlich mehr Radfahrer unterwegs als automobile Mitbürger“, verdeutlicht Fußnecker. Auch lässt sich fast die Hälfte der mit Verbrennungsmotoren durchgeführten Fahrten mit Lastenrädern erledigen, so Sozialarbeiterin Heymann.

Die Gruppe machte eine Fotosession, um zu zeigen, wie viel Spaß ein Lastenrad macht und wo es zum Einsatz kommen kann: beim Großeinkauf, Umzug, Picknick im Grünen oder beim Transport der Kinder. Und sie drehten ein Video – mit dem Lastenrad im Mittelpunkt, das sich die Familie zwischenzeitlich zugelegt hatte. „Wir brauchten es einfach. Wir konnten nicht länger warten“, erklärt Andrea Heymann (50) lachend.

Dessen ungeachtet trieben sie mit ihren Mitstreitern ihre Kampagne voran, suchten Sponsoren und Partner. Überlegten sich, in welchen Stadtteilen die Nachfrage nach einem Lastenrad bestehen könnte. Standorte wird es im Dornbusch (beim Café Brot & Freunde, Marbachweg/Bertramstraße 26) sowie in Bornheim (Rewe-Markt Heidestraße 137) und Rödelheim (Rewe-Markt Westseite Rödelheimer Bahnhof, Arthur-Stern-Platz/Westerbachstraße 160) geben.

Als Spendenportal fanden sie das Crowdfunding-Portal „startnext“. Dort startete die Kampagne am 1. September: 10 000 Euro ist das erklärte Ziel, um drei Ausleihräder anzuschaffen. Mittlerweile ist das erste Ziel von 3500 Euro erreicht, nämlich die Finanzierung des Lastenrads für den Dornbusch. Der Spendenbarometer steht derzeit bei gut 6200 Euro.

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