+
Frank Neidhold kommt aus der Künstlerszene, das sieht man auch in seinem Restaurant "Eat?n?Art".

Frankfurt-Dornbusch

Speisen unterm Ölgemälde

  • schließen

Das "Eat?n?Art" am Marbachweg ist Szenekneipe und Stadtteilrestaurant in einem. Gastronom Frank Neidhold kommt aus der Kunstszene und hat wechselnde Ausstellungen im Gastraum.

Dass das Eat’n’Art kein gewöhnliches Restaurant ist, fällt schon beim Betreten auf: Im Gastraum wechseln sich balinesische Eckpolsterbänke und Bambuseinrichtung mit Ölgemälden von Frankfurter Straßenzügen vor dem Zweiten Weltkrieg ab. Alle zwei bis vier Monate ist im Gastraum eine andere Ausstellung zu sehen.

Seit mehr als 15 Jahren betreiben hier Frank Neidhold und seine Lebensgefährtin Ingrid Blersch das Eat’n’Art. Das Szenerestaurant hat sich längst zu einem Treffpunkt des Stadtteils entwickelt. „Ein Geheimtipp sind wir schon lange nicht mehr“, sagt Frank Neidhold. Die Beliebtheit der Gaststätte hat mehrere Gründe. „Zum einen haben wir einen hohen Wiedererkennungswert“, sagt Neidhold.

Andererseits nutzen viele Stammtische das Lokal als Treffpunkt. „Da kann es schon mal vorkommen, dass Gewerkschaftler Tisch an Tisch mit Bankern sitzen“, sagt Neidhold. Zu Anfeindungen sei es nie gekommen. „Für so etwas ist bei uns kein Platz“, so der Chef. „Bei uns ist jeder willkommen – außer Nationalisten.“ Darauf legt der 61-Jährige wert. Denn vor der Übernahme des Paares war die einstige Kneipe für amerikanische Soldaten auch Anlaufpunkt für Nationalisten aus dem ehemaligen Jugoslawien gewesen.

Dass im Eat’n’Art heute Weltoffenheit herrscht, ist nicht verwunderlich, blickt man auf Neidholds Biographie. Der Mann, der sich selbst als „Alt-Hippie“ und „Wandervogel“ bezeichnet, lebte bereits in Südostasien und auf Ibiza. Nach dem Studium der Amerikanistik und Südostasienwissenschaften, arbeitete Niedhold für eine indonesische Airline, organisierte Messen und reiste um die Welt. Der Einfluss ist im Eat’n’Art kaum zu übersehen: Neben Sumatra-Drachen ziert ein Nachbau eines Tempelbogens den Außenbereich.

So vielfältig wie die Einrichtung ist auch die Speisekarte. Neben regionalen Klassikern wie dem Frankfurter Schnitzel mit Grüner Soße, gibt es eine Auswahl an indischen und thailändischen Currys. „Zudem haben wir eine Saisonkarte“, sagt Neidhold. Dann gibt es etwa Taunusforelle oder französischen Flammkuchen mit Spargel.

Die Gastronomie war für Neidhold und Küchenchefin Ingrid Blersch bei der Eröffnung Neuland. In der Künstler-und Eventszene kennen sich die beiden jedoch bestens aus. Nach der „Nachtgalerie 7“ auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs betrieb Neidhold die Kneipe „Tanke“ in Neu-Isenburg und einige andere Projekte mit Partys im Stadtgebiet.

Die Vernetzung mit Künstlern soll auch weiterhin bestehen, an der Flyer-Wand finden Gäste die aktuellsten Veranstaltungen der Szene. „Diese ist im Dornbusch aber unterrepräsentiert“, sagt Neidhold. Die ein oder andere Bar könne dem Viertel nicht schaden. „Selbst, wenn wir dadurch Konkurrenz bekämen“, sagt der Gastronom.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare