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Die Musiker des Ensemble Modern können künftig im Zentrum der Künste proben.

Kulturcampus

Zentrum der Künste für 70 Millionen

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Die ABG ist bereit, die Gebäude auf dem Kulturcampus im Auftrag der Stadt zu errichten.

Der Bau eines Zentrums der Künste auf dem Kulturcampus in Bockenheim wird teuer. Immobilienfachleute bezifferten die notwendige Investition gegenüber der FR auf rund 70 Millionen Euro. Bei dieser Berechnung wurde die Bruttogeschossfläche (BGF) zugrunde gelegt, die der Direktor des Landesbetriebs Bau und Immobilien (LBIH), Thomas Platte, am Montag genannt hatte. Er ging von 16 800 Quadratmetern BGF in zwei Gebäuden aus, eines nördlich und eines südlich der Bockenheimer Landstraße. 

In dem Zentrum der Künste sollen verschiedene Kulturinstitutionen von internationaler Geltung konzentriert werden, die bisher noch an verschiedenen Standorten in Frankfurt untergebracht sind – dazu zählen etwa das Ensemble Modern und das Frankfurt-LAB. 

Für die Musiker, Schauspieler und Tänzer, die im Zentrum der Künste arbeiten werden, braucht es besonderen Schallschutz und kleinere Probebühnen. Diese besonderen Anforderungen fließen in die Kostenberechnung von 4000 Euro pro Quadratmeter Bruttogeschossfläche ein. Bei 16 800 Quadratmetern ergäbe sich eine nötige Investition von 67,2 Millionen Euro. Verteuernd wirken sich nach Einschätzung der Fachleute auch die beiden getrennten Baukörper aus. Bisher ist völlig unklar, in welcher Höhe sich die Stadt Frankfurt beim Zentrum der Künste finanziell engagieren wird. Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) hatte dies auf Frage der FR am Montag ausdrücklich offengelassen. Die Kultureinrichtungen selbst können das Projekt nicht finanzieren.

Grundstücksbesitzer des alten Universitätscampus in Bockenheim ist der städtische Wohnungskonzern ABG Holding. Dessen Geschäftsführer Frank Junker sagte der FR: „Eine denkbare Lösung wäre, dass die ABG das Zentrum der Künste im Auftrag der Stadt errichtet.“ 
Die Kommune müsse dann die nötige Investition durch eine dauerhafte Miete abbezahlen. Junker muss aber zunächst ein anderes Problem lösen: Das 5000 Quadratmeter große Grundstück Ecke Bockenheimer Landstraße und Senckenberganlage, auf dem die neue Hochschule für Musik und Darstellende Kunst gebaut werden soll, hatte die ABG bereits dem Projektentwickler Lang & Cie zugesagt. 

Der wollte dort eine Mischung von Wohnungen und Büros errichten. Junker sagte, die ABG habe mit Lang eine „notarielle Vereinbarung“ getroffen, die sich aber rückabwickeln lasse. Projektentwickler Heinz-Günter Lang erklärte, er wolle „sich der Stadt nicht in den Weg stellen“. Der Unternehmer nannte es „gut und richtig, dass die Musikhochschule dort entsteht“. 
Die Grünen begrüßten die Pläne. „Gut, dass es jetzt in Sachen Kulturcampus wieder vorangeht“, so Martina Feldmayer, die kulturpolitische Sprecherin der Grünen im hessischen Landtag. Lange Zeit hätten sich Kulturdezernentin Hartwig und die Stadt Frankfurt bei diesem Thema „unentschlossen gezeigt“. Die SPD im Römer lobte „einen Durchbruch“. 

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